| von Stefan Grundhoff

Wie wünschen sich Sportwagenfans einen puristischen Renner? Gestern wie heute geht es um magisches Design, wenig Gewicht, Leistung im Überfluss und ein begeisterndes Fahrgefühl. Dies alles und noch mehr bot in den 60er Jahren der McLaren Elva. Ein Rennwagen dieser Art, wie ihn nur Briten bauen können. Speziell die Elva-Modelle der Generation MK1 waren Mitte der 60er Jahren in der Gruppe 7 als Kundenrenner unterwegs, die nicht nur durch ihr einzigartiges Design, sondern auch grandiose Fahrleistungen von sich reden machten. "McLaren treibt die Grenzen der Supersportwagen- und Hypercar-Entwicklung weiter voran, um herausragende und unvergleichliche Fahrerlebnisse für unsere Kunden zu ermöglichen, und der McLaren Elva verkörpert diesen Pioniergeist", erläutert McLaren-CEO Mike Flewitt, "der McLaren Elva M1A und seine Nachfolger sind in vielerlei Hinsicht die wahren spirituellen Vorläufer der heutigen McLaren - superleichte, Mittelmotor-Fahrzeuge mit höchster Leistung und dynamischer Höchstleistung. Es ist nur konsequent, dass der neue Roadster der McLaren Ultimate Series die ultimative Verbindung zwischen Fahrer, Auto und den Elementen herstellt."

Dieser Tradition folgend legt McLaren eine Serie von 399 Fahrzeugen auf, deren Leistungsdaten einen ebenso sprachlos machen wie das Design. Der offene Doppelsitzer ist das nächste Fahrzeug der Ultimate Series, mit dem die Briten ihren Rennwagen für die Straße beschreiben. Als ob Modelle wie der McLaren Senna, der P1 oder ein Speedtail nicht schon spektakulär genug wären, stellt der neue Elva alle seine Vorgänger in den Schatten. Dazu bietet der Spaßroadster, wie er puristischer kaum sein kann, eine Hightech-Symbiose aus Antrieb und Design, die Maßstäbe setzt.

"Der McLaren Elva ist ein wahrer Ultimate Roadster; er besteht ausschließlich aus Fahrspaß, um ein spannendes und immersives Erlebnis zu bieten, das aus der ultimativen Verbindung zwischen dem Fahrzeug, dem Fahrer und den Elementen entsteht", so Andy Palmer, verantwortlich für die Modelle der Ultimate Series, "der Elva, der leichteste Straßenwagen, den wir je bei McLaren Automotive gebaut haben, ist unglaublich wendig und extrem schnell. Sein 815 PS starker, turboaufgeladener V8-Motor bietet atemberaubende Leistung, die jedes Gefühl steigert." Auch wenn sich die Briten mit den genauen Leistungsdaten noch bedeckt halten, gibt es an sich keinen Grund für Zurückhaltung. Das Kohlefaserchassis dürfte weit weniger als 1.000 Kilogramm wiegen und in Verbindung mit dem 815 PS starken V8-Doppelturbo fahrdynamisch nicht nur auf der Rennstrecke Maßstäbe setzen. 0 auf Tempo 100 schafft der nackte Britrenner auch dank 800 Nm maximalem Drehmoment in weniger als drei Sekunden. Bis Tempo 200 vergehen gerade einmal 6,7 Sekunden. Für die entsprechenden Verzögerungen sorgen Kohlenstoff-Keramik-Bremsen nebst Sattelkolben aus Titan.

Aktive Aerodynamik

Fahrer und potenzieller Copilot sind den Umwelteinflüssen nahezu ungeschützt ausgesetzt, denn es gibt weder Front- noch Seitenscheiben oder ein Dach. Entweder man ist oben ohne mit einem Helm unterwegs oder lässt doch eine kleine Windschutzscheibe verbauen, um sich jenseits der 300 km/h vor dem Fahrtwind zu schützen. Wer auf Scheibe und Helm verzichtet, kann sich von den Vorteilen des Active Air Management Systems überzeugen, das die Luft gezielt durch die Front des Elva führt, um bei hoher Geschwindigkeit vor den Insassen aus der vorderen Klappe zu entweichen, bevor es über das Cockpit nach oben geleitet wird. Das System besteht dabei aus einem großen zentralen Einlass, der sich über dem Frontsplitter befindet, einer vorderen Klappenauslassöffnung und einem kleinen Karbonfaserwindabweiser, der sich hebt und senkt.

Wenn das AAMS aktiv ist, wird der Windabweiser an der Vorderkante des Haubenauslasses eingesetzt, der 15 Zentimeter in den Freistrom ragt, um eine Niederdruckzone am Auslass zu schaffen. Für den schier grenzenlosen Fahrspaß sorgen eine aktive Aerodynamik sowie die hydraulische Aktivfederung nebst elektrohydraulischer Lenkung. Über das aktive Luftführungssystem werden nicht nur die beiden Insassen vor einem Orkan im Cockpit geschützt, sondern der Luftstrom beeinflusst auch die Temperatur für den Ladeluftkühler und die Kühlung der Siebengang-Doppelkupplung. Die Bedienung der Fahrzeugfunktionen erfolgt über Taster am Lenkrad sowie einen acht Zoll große Touchscreen, der nicht nur Navigation und Bedienmodule, sondern auch Klimatisierung und Telemetrie steuert. Der Innenraum nebst Sitzen lässt sich mit edlem Leder oder synthetischen Materialien beziehen. Auf Wunsch tönt im Orkan nicht nur der brachiale Achtzylinder-Turbo, sondern auch ein Soundsystem mit Boxen aus dem Bootsbau.

So viel Rennsport hat seinen Preis und es dürfte kein Problem sein, diesen zu erzielen, denn die limitierte Serie von 399 Fahrzeugen kostet je Modell mindestens 1.695.000 Euro - abhängig vom Grad der Individualisierung. So kann der Fahrer nicht nur bei Lack, Innenraumfarbe und -materialien wählen, sondern sich auch wahlweise für Renn- oder Straßenreifen - nebst Fahrzeuglift an der Vorderachse - entscheiden. Auf ganz besonderen Wunsch gibt es sogar Signets aus 18 Karat Weißgold oder Platin.