Der McLaren 720 S ist ein grandioser Straßensportler, wie es derzeit nur wenige auf der Welt gibt. Doch so alltagstauglich der 720er mit all seinem Rennstreckenpotenzial auch ist, auf der Rundstrecke dürfte er ab kommendem Jahr seinen Meister gefunden zu haben - und der kommt aus dem eigenen Hause. McLaren legt eindrucksvoll nach und lässt die Münder der Markenfans nicht nur durch die Bezeichnung des neuen Supersportlers offenstehen. Der McLaren Senna ist mit seinem 800 PS eine Reminiszenz an den 1994 verstorbenen Formel-1-König Ayrton Senna da Silva aus Brasilien, der für viele bis heute als der beste Rennfahrer als Zeiten gilt.

Wer die vergangenen Kleinserien von McLaren erlebt hat weiß, dass er jetzt kurz vor Weihnachten an sich schneller als schnell sein muss, noch einen der nur 500 McLaren Senna zu bekommen. Doch es ist selbst für einen Gutschein unter dem Weihnachtsbaum zu spät. Obschon der martialisch aussehende Supersportler seine Weltpremiere erst auf dem Genfer Salon im März 2018 feiert, sind alle Modelle bereits verkauft. "Jedes Element dieser neuen McLaren Ultimate Series hat einen kompromisslosen Leistungsschwerpunkt, der darauf ausgerichtet ist, die bestmögliche Verbindung zwischen Fahrer und Maschine zu gewährleisten und das ultimative Fahrgefühl auf der Rennstrecke zu bieten, wie es nur ein McLaren kann", erläutert McLaren-Vorstand Mike Flewitt.

Für 922.250 Euro gibt es nicht nur das gewohnt spektakuläre McLaren-Design, sondern auch einen doppelt aufgeladenen Vierliter-V8, dessen Mittelmotor auf 800 PS und 800 Nm maximales Drehmoment erstarkt ist. In den Handel kommt der Über-McLaren in der zweiten Jahreshälfte 2018. Das Monocage-Chassis aus Kohlefaser, das den Kern des Senna-Modells bildet, ist eine Weiterentwicklung der Struktur, mit der seit einem Jahr der grandiose McLaren 720S unterwegs ist. Alle Karosserieteile sind aus Kohlefaser gefertigt, wodurch sich das Leergewicht auf 1.198 Kilogramm reduziert. Mit einer maximalen Leistung von 800 PS verfügt der McLaren Senna über ein Leistungsgewicht von 668 PS pro Tonne. "Unsere Familie ist sehr stolz auf die Namensgebung des neuen Ultimate Series McLaren Senna. Dies ist das erste Projekt, das wirklich mit Ayrtons Rennsportgeist und Leistung in Verbindung steht", sagt McLaren-Botschaften und Rennfahrer Bruno Senna, "der McLaren Senna ehrt meinen Onkel, weil er so sehr darauf bedacht ist, Rennstreckenerfahrung zu liefern, die es einem Fahrer ermöglicht, das Beste zu sein, was er sein kann."

Aktives Fahrwerk

Neben Motor, Doppelkupplungsgetriebe und aktiver Aerodynamik mit mächtigen Heckflügel ist die hydraulische Federung eines der technologischen Höhepunkte des McLaren Senna. Die hydraulische Federung Race Active Chassis Control II arbeitet im Einklang mit der aktiven Aerodynamik und dem extrem steifen Monocage-Chassis, um ein intensives Fahrerlebnis auf einer Rennstrecke zu ermöglichen. RCC II ist eine Doppelquerlenkeraufhängung, die zusätzlich mit hydraulisch gekoppelten Dämpfern und einem hydraulischen Ersatz für konventionelle mechanische Stabilisatoren ausgestattet ist. Sieentwickelt auch die Technologie der variablen Steifigkeit und Fahrhöhe weiter, die erstmals in dem Hydrauliksystem des McLaren P1 zu sehen war. Die adaptiven Dämpfer sind hydraulisch miteinander verbunden, sowohl von links nach rechts als auch von vorne nach hinten, mit zwei Ventilen pro Dämpfer zur unabhängigen Einstellung von Druck- und Zugstufe.

Die Steifigkeit des McLaren Senna wird separat über ein kinetisches Rollensystem oder Dämpfer gesteuert. Das stufenlos regelbare RCC II-System verbessert die beim McLaren 720S eingeführte Steuerungsstrategie und fügt einen Race-Modus hinzu, der eine niedrigere Fahrhöhe, einen niedrigeren Schwerpunkt und eine deutlich steifere Federung einführt. Dynamische Parameter werden vom Fahrer über das Active Dynamics Panel auf der Mittelkonsole eingestellt, um den Komfort-, Sport- oder Track-Modus zu wählen, oder über einen Schalter in einer Dachkonsole, um in den Rennmodus zu gelangen. Träumen darf in der Vorweihnachtszeit erlaubt sein, denn alle Modelle sind eben bereits vergriffen. Die einzig gute Nachricht: immerhin 922.250 Euro gespart.