| von Stefan Grundhoff

Die Allradmodelle von Mercedes haben sich in den vergangenen Jahren zu echten Bestsellern entwickelt. Das nicht nur für Fahrzeuge wie G, GLC, GLE und GLS, sondern nicht zuletzt auch für die Derivate von S- bis C-Klasse mit dem 4matic-Signet auf dem Heckdeckel. Eines der neuesten Modelle, der gerne auf allen vieren unterwegs ist, ist der Mercedes-Markeneinsteiger A-Klasse. Neben dem 190 PS starken A 220 ist auch der stärkere A 250 als 4matic-Version zu bekommen. Dessen aufgeladenes Vierzylindertriebwerk holt aus zwei Litern Hubraum 165 kW / 224 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Nm. Wie immer im Hause Mercedes ist der Allradantrieb obligatorisch an eine automatisiertes Getriebe gekoppelt. Das siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe passt dabei ohnehin besser zum Kompaktklassemodell mit Stern als die Sechsgang-Handschaltung. Aus dem Stand geht es bei voller Beschleunigung in 6,2 Sekunden auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei sportlichen 250 km/h. Der Vierzylinder mit dem seelenlosen Klang verbraucht auf 100 Kilometern 6,5 Liter, was einem CO2-Ausstoß von 148 g entspricht.

Im normalen Fahrbetrieb ist von dem Allradantrieb im A 250 nichts zu merken. Geht es jedoch auf Schnee und Eis oder wird die Fahrbahn bei Regen oder Nässe rutschig, wird der überschüssige Teil der Motorleistung in Sekundenbruchteilen an die Hinterachse übertragen. Das Handling wird so deutlich kalkulierbarer und gerade auf Schnee kann man entspannt anfahren, während andere im Winterurlaub in die Bedrängnis geraten, Schneeketten aufziehen zu müssen. Das bleibt einem bei der 4matic-Version erspart. Wer überlegt, ob der Allradaufpreis von 1.800 Euro lohnt, kann sich dafür gegebenenfalls die aufpreispflichtige Verstelldämpfung sparen, die 1.178 Euro Aufpreis kostet und durchaus entbehrlich ist. Das normale Komfortfahrwerk der Mercedes A-Klasse ist ausgewogen genug und sportlich ambitionierte Kunden dürften ohnehin eher zu den AMG-Versionen A35 / A45 greifen.

Kommod geht es beim A 250 4matic vonstatten, wenn man die 19-Zöller dem Verkaufskatalog überlässt und sich nicht für Sportfahrwerk inklusiv der 15 Millimeter Tieferlegung (345 Euro Aufpreis) entscheidet. Dann federt der 1,4 Tonnen schwere Allradler besser an. Lange Bodenwellen verarbeitet das Fahrwerk dabei besser als Querfugen, deren Höhenunterschiede sich deutlich im Innenraum bemerkbar machen. Angenehm: die präzise Servounterstützung der Lenkung, die einen bei entsprechender Sonderausstattung auch teilautonom durch den Verkehr leitet und einen nach wenigen Sekunden wieder dazu animiert, verantwortungsvoll das Lenkrad zu greifen. Das Platzangebot ist vorne gut und hinten besser als beim Vorgänger ohne wirklich zu überzeugen. Legt man die Lehnen der Rückbank um, entsteht eine ebene Ladefläche und der Kofferraum (370 bis 1.210 Liter Volumen) lässt sich dank der tieferen Ladekante mit der größeren Luke gut beladen. Vorne sitzt man gut; allerdings könnte die Beinauflage länger sein.

Der Basispreis von 38.663 Euro für den A 250 4matic ist wenig aussagekräftig, denn um Ausstattungsdetails wie das 1.963 Euro teure Businesspaket (Navigation, Sitzheizung und Parkassistent) kommt man ebenso wenig herum wie um LED-Scheinwerfer (987 Euro) oder um die beiden 10,25-Zoll-Bildschirme des guten Bediensystems MBUX, die sich Daimler im Display-Paket ebenfalls extra bezahlen lässt. Ganz bitter: serienmäßig rollt der Einsteiger-Benz auf 17-Zoll-Stahlfelgen mit Radzierblenden und selbst Details wie ein Fernlichtassistent oder ein Lederlenkrad sind bei einem Auto der 40.000-Euro-Liga nicht serienmäßig. Auch die Smartphone-Integration und den digitalen Radioempfang lässt sich Mercedes in seiner A-Klasse mit knapp 300 Euro beziehungsweise 240 Euro selbst bei der Auswahl des großen Navigationspakets (über 3.000 Euro) nochmals extra bezahlen - willkommen in der vernetzten Autowelt. So schnellt der Preis eines mittelprächtig ausgestatteten Mercedes A 250 4matic schnell an die 50.000-Euro-Grenze.