Schön blöd, wenn man einen AMG GT in der eigenen Garage hat und dieser am Wochenende zu Hause schlummern muss, wenn man mit der Familie unterwegs sein will. Vielleicht ist einem der scharfe AMG GT auf dem Weg ins Büro auch einfach zu nervig und eng, wenn es im morgendlichen Berufsverkehr ins Büro oder zum Flughafen geht. Doch diese Zeiten sind vorbei, denn AMG durfte nach SLS und GT erstmals einen eigenen Viertürer kreieren und so ist die Familie diesmal einfach mit an Bord. Und das viertürige AMG GT Coupé wird nicht nur Porsche Panamera, Maserati Quattroporte, Aston Martin Rapide oder BMW 8er Gran Coupé ärgern, sondern insbesondere dem jüngst vorgestellten Mercedes CLS viel Kopfzerbrechen bereiten. Der kann sich zwar ebenfalls sehen lassen, wirkt neben dem scharfen GT4 Coupé jedoch wie ein Mauerblümchen, dem das Wasser ausgegangen ist.

„Das neue AMG GT 4-Türer Coupé ist der ultimative viertürige Sportwagen und der perfekte Repräsentant von Performance Luxury“, sagt Daimler-Chefdesigner Gorden Wagener, „er verkörpert mit atemberaubenden Proportionen und einem puristischen, flächenbetonten Design mit sinnlichen Formen eine Symbiose aus Emotion und Intelligenz.“ Optisch orientiert sich das viertürige Coupé bei Front und Heck am bekannten AMG GT. Die Dachlinie ist betont flach und besonders das Heck wirkt mit den schmalen LED-Bändern bullig und kraftvoll.

„Das neue AMG GT 4-Türer Coupé verbindet die überzeugende Rennstreckendynamik unserer zweitürigen Sportwagen mit höchster Alltagstauglichkeit. In einzigartiger Weise verkörpert es unseren Markenkern Driving Performance und wird mit seiner konsequenten Auslegung neue Kunden für Mercedes-AMG erschließen“, sagt AMG-Chef Tobias Moers über sein neuestes Kind. Das Antriebsportfolio reicht zunächst vom aufgeladen Reihensechszylinder-Turbo mit 320 kW / 435 PS bis hin zum aufgeladenen Achtzylinder mit 470 kW / 639 PS und 900 Nm maximalem Drehmoment. Den Spurt 0 auf Tempo 100 schafft der AMG GT 63 S 4matic in 3,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h. Die schwächere V8 Variante des GT 63 leistet 430 kW / 585 PS. Wer mit weniger zufrieden ist, kann sich für den Mercedes-AMG GT 53 4MATIC+ entscheiden, dessen 435 PS starker Dreiliter-Reihensechszylinder von einem 16-kW-Elektromotor mit Startergenerator unterstützt wird, der den Normverbrauch auf 9,1 Liter senkt. Wer die von Porsche entliehene Salamitaktik der Affalterbacher kennt weiß, dass es bei den drei Antrieben kaum bleiben wird und weitere Motorvarianten nachgelegt werden.

Die Achtzylindervarianten haben eine Neungang-Automatik mit nasser Anfahrkupplung, die Gewicht spart, die Massenträgheit reduziert und das Ansprechverhalten verbessert. Der Reihensechszylinder verfügt über eine normale Neungang-Automatik. Für ein optimales Fahrverhalten sorgen neben dem Allradantrieb, Allradlenkung und eine aktive Aerodynamik. Der Sechszylinder hat ein Stahlfederfahrwerk mit Verstelldämpfern während die Achtzylinder an eine Luftfederung gekoppelt sind. Das viertürige AMG Coupé ist wahlweise als Vier- oder Fünfsitzer zu bekommen, während sich das Ladevolumen von 395 auf 1.324 Liter erweitern lässt. Praktisch: ein doppelter Ladeboden, der nochmals 60 Liter fasst. Im Cockpit blickt der Pilot nicht nur auf die beiden aus S- und E-Klasse bekannten 12,3-Zoll-Displays, sondern hat am Lenkrad frei belegbare Schalter links und einen Drehsteller am griffigen Steuer. Auf der breiten Mittelkonsole gibt es inszenierte Schalter für Fahrprogramme, Klappensteuerung des Auspuffs, Fahrwerk oder Heckspoiler, die nicht so recht zu edlen Charme des Cockpits passen mögen. Statt des bekannten Dreh-Drückstellers gibt es über dem zu weit hinten positionierten Getriebehebel ein Touchpad. Anzunehmen, dass auch Mercedes nach dem Drehrad bald auch das Touchpad streichen wird und komplett auf eine Touchbedienung wie beim Bediensystem MBUX umsteigt.

Weltpremiere des Mercedes AMG GT Coupé Viertürer in Genf