• Gerne wäre der AMG GT ein echter Porsche 911. Bild: Mercedes/press-inform

    Gerne wäre der AMG GT ein echter Porsche 911. Bild: Mercedes/press-inform

  • Mächtiger Sound kommt aus der verbauten Sportauspufffanlage. Bild: Mercedes/press-inform

    Mächtiger Sound kommt aus der verbauten Sportauspufffanlage. Bild: Mercedes/press-inform

  • Er ist mit einem Stoffdach ausgestattet, das sich bis Tepo 50 in gerade einmal elf Sekunden öffnen und schließen lässt. Bild: Mercedes/press-inform

    Er ist mit einem Stoffdach ausgestattet, das sich bis Tepo 50 in gerade einmal elf Sekunden öffnen und schließen lässt. Bild: Mercedes/press-inform

  • Regel, Hagel, Schnee und Hochgeschwindigkeiten ist kein Problem für das Stoffdach. Bild: Mercedes/press-inform

    Regel, Hagel, Schnee und Hochgeschwindigkeiten ist kein Problem für das Stoffdach. Bild: Mercedes/press-inform

  • Der Mercedes AMG GT C ist kein perfekter Kurvenjäger. Bild: Mercedes/press-inform

    Der Mercedes AMG GT C ist kein perfekter Kurvenjäger. Bild: Mercedes/press-inform

  • Ab sofort kann man das Modell kaufen. Bild: Mercedes/press-inform

    Ab sofort kann man das Modell kaufen. Bild: Mercedes/press-inform

  • Beschleunigung 0 – 100 km/h: 3,7 Sekunden Bild: Mercedes/press-inform

    Beschleunigung 0 – 100 km/h: 3,7 Sekunden Bild: Mercedes/press-inform

  • Leider lässt das Fahrzeug einige Wünsche offen. Bild: Mercedes/press-inform

    Leider lässt das Fahrzeug einige Wünsche offen. Bild: Mercedes/press-inform

  • Der Hubraum ist eine Spurz zu klein. Bild: Mercedes/press-inform

    Der Hubraum ist eine Spurz zu klein. Bild: Mercedes/press-inform

  • Bei der Namenszuordnung der einzelnen Modelle klappt es bei den AMG-Verantwortlichen dagegen noch nicht so ganz. Bild: Mercedes/press-inform

    Bei der Namenszuordnung der einzelnen Modelle klappt es bei den AMG-Verantwortlichen dagegen noch nicht so ganz. Bild: Mercedes/press-inform

  • Normverbrauch: 11,4 Liter SuperPlus Bild: Mercedes/press-inform

    Normverbrauch: 11,4 Liter SuperPlus Bild: Mercedes/press-inform

  • Für zwei Personen bietet er Platz. Bild: Mercedes/press-inform

    Für zwei Personen bietet er Platz. Bild: Mercedes/press-inform

  • Motor: V8 Doppelturbo Bild: Mercedes/press-inform

    Motor: V8 Doppelturbo Bild: Mercedes/press-inform

  • Die Sitze des AMG Roadster. Bild: Mercedes/press-inform

    Die Sitze des AMG Roadster. Bild: Mercedes/press-inform

  • Höchstgeschwindigkeit: 316 km/h Bild: Mercedes/press-inform

    Höchstgeschwindigkeit: 316 km/h Bild: Mercedes/press-inform

  • Ein Druck auf das rechte Pedal und es ist vorbei mit dem lässigen Gleiten. Bild: Mercedes/press-inform

    Ein Druck auf das rechte Pedal und es ist vorbei mit dem lässigen Gleiten. Bild: Mercedes/press-inform

  • Hier der Multifuntkionsbildschirm und die vier Lüftungsdüsen. Bild: Mercedes/press-inform

    Hier der Multifuntkionsbildschirm und die vier Lüftungsdüsen. Bild: Mercedes/press-inform

  • Die hauseigene Speerspitze lautet Mecedes lautet GT C. Bild: Mercedes/press-inform

    Die hauseigene Speerspitze lautet Mecedes lautet GT C. Bild: Mercedes/press-inform

  • Auf Knopfdruck kann man den Modus ändern. Bild: Mercedes/press-inform

    Auf Knopfdruck kann man den Modus ändern. Bild: Mercedes/press-inform

  • Max. Drehmoment: 680 Nm zwischen 1.900 und 5.750 U/min. Bild: Mercedes/press-inform

    Max. Drehmoment: 680 Nm zwischen 1.900 und 5.750 U/min. Bild: Mercedes/press-inform

  • Leistung: 410 kW / 557 PS. Bild: Mercedes/press-inform

    Leistung: 410 kW / 557 PS. Bild: Mercedes/press-inform

  • Leergewicht: 1.735 kg Bild: Mercedes/press-inform

    Leergewicht: 1.735 kg Bild: Mercedes/press-inform

  • Preis: ab 160.650 Euro. Bild: Mercedes/press-inform

    Preis: ab 160.650 Euro. Bild: Mercedes/press-inform

Wie gerne wäre der AMG GT ein echter Porsche 911. Die Affalterbacher schauen längst nicht mehr zu den Tuningschmieden von Audi und BMW nach Garching oder Neckarsulm – sie blicken von seichten schwäbischen Hügeln 20 Kilometer Richtung Südwesten gen Zuffenhausen. Dort, wo seit Jahr und Tag nach breiter Meinung die besten Sportwagen der Welt entstehen, will AMG auf den Sportwagenthron steigen.

Die hauseigene Speerspitze lautet GT und die ist ab sofort nicht nur als offene Roadsterversion, sondern auch als nachgeschärfter GT C zu bekommen, der die recht schmale Lücke zwischen GT, GT S und GT R schließt. Zumindest die endlose Salamitaktik mit zahllosen Buchstabenderivaten haben sich die Sternenkrieger schon perfekt von Porsche abgeschaut. „Durch unsere beiden Roadster-Modelle bauen wir die AMG GT-Familie mit zwei faszinierenden Varianten strategisch weiter aus. Zudem führen wir mit dem AMG GT C Roadster eine neue Modellvariante ein“, sagt AMG-Chef Tobias Moers.

Mercedes AMG GT mit Vitamin C?

Bei der Namenszuordnung der einzelnen Modelle klappt es bei den AMG-Verantwortlichen dagegen noch nicht so ganz. Fragt man diese nach der Bedeutung des Nomenklaturannex‘ C hinter dem GT gibt es überaus wortreich keine griffigen Informationen. „Der Wagen sei sehr kompetitiv – da passt das C“, heißt es sinnleer aus Produktmanagement und Entwicklung – aha. Eine Erklärung für den vitaminreichen AMG GT C ist das nicht – weder offen noch geschlossen. Doch so oder so - die neue Saison bringt mehr Leistung und ein strammes Stoffdach, das sich bis Tempo 50 in gerade einmal elf Sekunden öffnen oder bei Bedarf wieder schließen lässt. Regen, Hagel, Schnee oder Höchstgeschwindigkeiten bis weit jenseits der der 300-km/h-Marke? Alles kein Problem.

Dabei ist der Mercedes AMG GT C gerade als Roadsterversion kein kompromissloser Tempobolzer, der nach engen Kurvenradien schreit und Beschleunigungsorgien sucht. Trotz der Leistungsspritze auf 410 kW / 557 PS und 680 Nm maximales Drehmoment kann der Doppelsitzer, auf den zweiten Blick an ausgestellten Backen und Schwellerornat zu erkennen, problemlos den lässigen Cruiser mimen. Dabei ist er einer, mit dem man sich im Zweikampf nicht anlegen sollte.

Lässt man die Zügel hängen, ist der offene GT mit dem irritierenden Buchstabenannex ein besserer Mercedes SL. Nicht derart komfortabel; aber eben das zeitgemäße Paket eines Edelkreuzers, der das Zeug zum offenen Launebär hat. Natürlich kann man dessen Sinne auf Knopfdruck beliebig schärfen. Aus dem Komfortmodus (ebenfalls mit C statt K auf dem Bordmonitor verewigt), springt der Mercedes AMG GT Roadster in Bruchteilen einer Sekunde in das Sportprogramm oder wechselt gar in den etwas zu nervösen Sport+-Modus. Doch derlei Fingerüberübungen kann man sich an dem allzu breiten und wenig filigranen Mitteltunnel sparen. Ein Druck auf das rechte Pedal und es vorbei mit dem lässigen Gleiten. Der rund 1,8 Tonnen gewaltige Schwerenöter springt nach vorn, als wäre es um Leben und Tod gehen.

Von 0 auf 100 in 3,7 Sekunden

Die fetten 305er-Walzen verzahnen sich mit dem Asphalt, die Kurbelwelle es aufgeladenen Vierliter-V8 vollbringt Höchstleistungen und dem Fahrer entgleiten die Gesichtszüge. Das maximale Drehmoment von 680 Nm liegt stetig zwischen 1.900 und 5.750 U/min an und so wundert es nicht, dass der Kraftprotz aus dem Stand in 3,7 Sekunden auf Tempo 100 stürmen könnte und sein Fortkommen erst bei 316 km/h einstellt. Dazu gibt es den brachialen Sound aus der serienmäßig verbauten Sportauspuffanlage, die trotz sonorer Bässe nicht so recht süchtig machen kann.

So prächtig die Fahrleistungen des Affalterbachers auch sind und so wild die Bässe auch wummern; man spürt trotz der 557 PS nicht erst bei Höchstdrehzahlen, dass der aufgeladene Achtzylinder nur über vier Liter Hubraum verfügt. Ein, eineinhalb oder gar die phantastischen zweikommazwei Liter Hubraumplus vergangener Modelle lassen sich auf dem Papier durch eine eindrucksvolle Zahlenkolonne übertünchen – hinter dem Steuer mag das nicht vollends gelingen.

Der Mercedes AMG GT C ist trotz des Leistungsnachschlages kein perfekter Kurvenjäger. Dafür ist sein Gewicht zu groß, die Last insbesondere auf der Vorderachse schmerzhaft spürbar und der Hubraum mehr als eine Spur zu klein. Das ändert nichts an den beeindruckenden Qualitäten, die der Wochenendbolide offen wie geschlossen seinen maximal zwei Insassen offeriert. Doch wer vor dem Kauf ernsthaft in den Spiegel schaut, merkt schnell, dass für den AMG Roadster der 476 PS starke Einstiegsmodell für 129.180 Euro mehr als ausreichend ist. Das Dynamikplus, das Mehrleistung, Vierradlenkung und elektronisch gesteuertes Hinterachsdifferenzial liefern, ist für die offene Versuchung kaum nötig. Dass der 476-PS-Roadster im Vergleich zum hohen C mit 9,4 Litern zwei Litern weniger verbraucht, fällt dagegen bei keinem der ohnehin wohl betuchten Kunden mit Sonnenanbeterneigung ins Gewicht.

Das dürfte auch für den Innenraum des offenen Rennpferdes gelten, das in der Sportversion GT C Roadster mächtige 160.650 Euro kostet. Denn der enge Maßanzug kneift nur hier und da; er lässt auch einige Wünsche offen, die ein Fahrzeug der Post-100.000-Euro-Klasse bedienen sollte. So wirkt der zentrale Multifunktionsbildschirm mit dem breiten Rahmen in der Mitte der belederten Armaturentafel ebso etwas angestaubt, wie die analogen Runduhren oder die allzu üppig dimensionierte Zahl der vier Lüftungsdüsen zwischen den beiden Insassen. Auch Lage und Gewichtung von ungelenkem Dreh-Drück-Steller sowie dem allzu weit hinten positionierten Gangwahlhebel des ansonsten prächtigen Doppelkupplungsgetriebes könnten eine Auffrischung vertragen. Das allzu billig anmutende Plastikwindschott sollte man aufgrund mäßigen Arbeitserfolgs ohnehin in der Garage lassen.