Mit einer Länge von 4,25 Metern ist der Clubman angesichts der Mini-Kleinwagen-Historie ein Trumm von einem Auto. Nur mal zum Vergleich: der Audi A3 Sportback ist gerade einmal sechs Zentimeter länger. Dazu kommt der Radstand des Clubman von 2,67 Metern (Audi A3 Sportback: 2,63 Meter). Der wirkt sich bei den Platzverhältnissen positiv aus: Im Power-Mini finden großgewachsene Europäer auf der Rückbank gemütlich Platz. Das war bei den vorherigen Generationen undenkbar. Also können Rennfahrer-Mütter ihre Freundinnen samt Kinder mit mehr als ausreichender Motorkraft durch die Gegend chauffieren.

Allerdings wollen die knapp 1,5 Tonnen auch um die Kurve gewuchtet werden. Da die Mini-Ingenieure um die fahrdynamischen Nachteile eines Frontrieblers mit 170 kW / 231 PS wissen, gibt es die John Cooper Works Version des Clubmans nur mit Allradantrieb. Der stammt vom Plattform-Bruder BMW 2er Active Tourer und erfüllt seine Aufgabe zuverlässig. In schnellen Kurven bleibt der durchtrainierte Clubman dank der Allrad-Traktion lange neutral und lässt sich mit der präzisen, aber leichtgängigen Lenkung zielgenau um die Ecke dirigieren. Lediglich die Rückmeldung über den Zustand der Straßenoberfläche beziehungsweise die Traktion könnte eindeutiger sein. Bei engen Kurven kann der Clubman seine Frontantriebs-Natur nicht ganz verleugnen und schiebt über die Vorderachse zum Kurvenrand. Schließlich ist der Allradantrieb mit dem vielsagenden Namen "All4" nach dem Hang-On-Prinzip konstruiert. Also spielt die Vorderachse die erste Geige, bei Autobahnfahrten oder anderen geraden Strecken verabschieden sich die Hinterräder sogar komplett vom Antrieb. Grundsätzlich ist die Kraftverteilung zwischen den beiden Achsen paritätisch. Bei Bedarf kann die Kraft im Rahmen dieser Ausrichtung auch nach hinten geschickt werden. So erreicht der JCW Clubman einen Durchschnitts-Normverbrauchverbrauch von 6,8 Litern pro 100 Kilometer, sprintet in 6,3 Sekunden auf Landstraßentempo und ist bis zu 238 km/h schnell.

 

Wer bei dieser Kombination von Radstand und Gewicht das quirlige Gokart-Feeling vorhergegangener Mini-Generationen erwartet, wird beim Mini Clubman JCW enttäuscht. Anstelle eines knackig-straffen Fahrwerks bietet der schnelle Kombi auch mit dem konventionellen Sport-Fahrwerk bandscheibenverträgliche Kost, ohne die Agilität komplett zu negieren. Lange Wellen steckt der große Mini komfortabel weg, nur bei kurzen Schlägen kann das Fahrwerk seine Athleten-Gene nicht ganz negieren. Richtig Spaß macht der Mini JCW Clubman sobald man den fummeligen Fahrmodus-Ring auf "Sport" stellt. Dann sind die Gangwechsel schneller und die Gasannahme deutlich direkter, als bei den anderen Alternativen. Dass ein LED-Farbring die Auswahl farblich illustriert (grün = Öko, rot = Sport), ist mittlerweile bei Mini üblich, aber immer noch nicht mehr als eine nette Spielerei. Dafür ist Mini bei der Konnektivität ganz vorne dabei und die Bedienung orientiert sich mit dem Drehknopf sehr an BMW, was gut ist.

Der Innenraum gibt sich alle Mühe erwachsen zu wirken. Vor allem die serienmäßigen Sportsitze und das ebenfalls serienmäßige Lenkrad mit dicken Kranz sowie vielen Bedienelementen überzeugen. Das Assistenzsystem-Paket mit einem adaptiven Tempomaten, einen Notbrems-Assistenten, den Fernlicht-Assistenten, einer Verkehrszeichenerkennung und der zusätzlichen Personenerkennung ist den Aufpreis von 990 Euro wert. Der Zugang zum Kofferraum wird auch bei diesem Clubman von einer hohen Ladekante und einer Luke mit den zwei Türen erschwert. Das Fassungsvermögen ist mit 360 bis 1.250 Litern im Vergleich zum A3 Sportback 2.0 TFSI quattro (340 bis 1.180 Litern) aller Ehren wert. Der stärkste Mini Clubman mit der Achtgang-Sportautomatik steht bereits beim Händler und kostet 37.900 Euro. Das entspricht einem Aufpreis von 5.860 Euro im Vergleich zum 141 kW / 192 PS starken Mini Cooper S Clubman mit Allradantrieb und dem identischen Getriebe. Der Audi A3 Sportback 2.0 TFSI quattro mit 140 kW / 190 PS und Siebengang-DSG kostet mit einem Basispreis von 34.700 Euro deutlich weniger.