Zunächst einmal ein Design, dass einen zwar nicht sprachlos, aber den 4,40 Meter langen SUV allemal spannend macht. Die Linienführungen sind mutig, das Styling gefällig und gerade das Heck hebt den japanischen Crossover mit seiner hohen Lichtleiste angenehm von der allgegenwärtigen Konkurrenz ab. Bei seinen Bezeichnungen hat Mitsubishi nicht immer ein glückliches Händchen. Der imageträchtige Pajero steht längst am Rande des Portfolios, das Einsteigermodell trägt mit dem Namen Space Star den eines Familienvans und auch beim großen Bruder des ASX gibt es eine interessante Variation. Einst war der Eclipse im Hause Mitsubishi ein kompaktes Coupé - heute ein Crossover. So ändern sich die Zeiten. Nachdem der Fünfsitzer vor einem Jahr zunächst mit einem 1,5 Liter großen Turbo-Vierzylinder seine Premiere feierte, folgt nunmehr der Diesel, der in europäischn Breiten zurückhaltend gerechnet mindestens 20 Prozent der Verkäufe ausmachen soll. Real dürften es mehr werden. Entliehen aus dem größeren Outlander mit seinem 2,3 Liter großen Vierzylinder ist das Triebwerk nicht nur akustisch sehr präsent und allemal kraftvoll, sondern ohne große Umschweife auch eine gute Besetzung für den Eclipse Cross.

109 kW / 148 PS und ein maximales Drehmoment von 388 Nm bei 2.000 U/min sind in dieser Liga keine beeindruckenden, aber durchaus stimmige Werte. Aus dem Stand beschleunigt der Allradler in 11,7 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 193 km/h. Nichts außergewöhnlich und eben auch nur die einzige Dieselwahl für den Cross, aber eben kraftvoller und bissiger, als man es vom 1,5-Liter-Turbobenziner mit seinen 120 kW / 163 PS kennt. Das liegt am üppigen Drehmoment und der glücklichen Wahl, dass das sonst verbaute stufenlose CVT-Getriebe beim Selbstzünder unbeachtet im Einkaufsregal liegen blieb. Stattdessen arbeitet im Mitteltunnel des Eclipse eine Achtgangautomatik aus dem Hause Aisin, die die Kraft variabel an beide Antriebsachsen verteilt. Der Normverbrauch könnte mit 6,9 Litern Diesel (183 g CO2) jedoch geringer sein.

So auffällig sich das Außendesign präsentiert, so blass geht es im Innern zu. Links vom griffigen, aber etwas dünnen Lederlenkrad finden sich eine kleine Schalterbatterie für Fahrerassistenzfunktionen, dazu blasse Rundinstrumente, ein zentrales Infodisplay und auf der Mitte der Armaturentafel ein Multifunktionsbildschirm, der sich nicht nur per Touch, sondern auch über eine überflüssige Bedienfläche auf dem Mitteltunnel steuern lässt. Die Bedienung ist schlicht und einfach, aber für ein Fahrzeug des Jahres 2019 ist das Paket doch etwas dünn. Eine Navigationsfunktion sucht man in den einfachen Menüs vergebens. Mitsubishi setzt selbst in dem Segment der Mittelklasse-SUV auf die reine Integration des eigenen Smartphones, das sich per App-Funktion einbinden lässt. Kann man machen; ist aber doch etwas sehr wenig.

Start bei knapp 19.000 Euro

Das Raumangebot ist gut, die Oberflächen der vorne wie hinten beheizten Ledersitze fassen sich jedoch so an, dass man sich überlegen sollte, ob es nicht auch die Stoffversionen tun. Ganz klar bieten andere Hersteller auch in diesem Segment dort ein anderes Niveau. Und schließlich ist der Mitsubishi Eclipse Cross kein Billigheimer und bietet in der sehr umfangreichen Topausstattung 37.290 Euro unter anderem Details wie sieben Airbags, LED-Scheinwerfer, verschiebbare Rückbank, 18-Zoll-Alufelgen, Rückfahrkamera und Abstandstempomat. Ein Klasse-Paket, doch ein Navigationssystem sollte ebenso an Bord sein, wie hochwertige Ledersitze oder entsprechende Schaltpaddel am Lenkrad. Daran hapert es ebenso wie an anderen Details. So lässt sich das Head-Up-Display, das einige Informationen auf eine kleine Kunststoffscheibe projiziert, für Fahrer über 1,80 Metern Größe überhaupt nicht ablesen und eine elektrische Heckklappe ist nicht einmal gegen Aufpreis lieferbar. Immerhin gibt es eine beheizbare Windschutzscheibe und Dämmglas für ein angenehmes Geräuschniveau im Innern. Etwas knapper als das Platzangebot ist der Laderaum, der mit 378 bis 485 Litern größer sein könnte. Dazu kann man die Rückensitze im Verhältnis 40:60 umklappen und 20 cm nach vorne verschieben. Dann fasst der Japaner bis zu 1.159 Liter.

Das ändert jedoch nichts daran, dass der Mitsubishi Eclipse Cross 2.2 Di-D AWD viel SUV fürs Geld bietet und mit einem soliden Fahrwerk unterwegs ist. Die Lenkung ist etwas leichtgängig und bei schlechter Straße könnte der knapp 1,8 Tonnen schwere Allradler etwas lässiger federn, doch wirklich vorwerfen kann man dem mittleren Mitsubishi SUV im Alltagseinsatz nichts. Dass der Fahrer im Rückspiegel immer wieder auf die von einer Strebe geteilte Heckscheibe blickt, stört die Rücksicht zumindest nicht beim Einparken. Dafür sorgen die Kameraaugen rundum. Preislich geht es für den 163-PS-Benziner bei 18.990 Euro und für den Diesel bei 31.190 Euro los.