Der kugelrunde Audi A1, der etwas verlegen und betont feminin lange Jahre dem Mini hinterherhechelte, ist Vergangenheit. Die zweite A1-Generation ist zumindest optisch schärfer denn je, hat einen bösen Blick und eine Frontschürze, die man allenfalls einem RS-Modell zugetraut hätte. Insbesondere dieses Gesicht ist eindrucksvoll. Tiefe Front, gewaltige schwarze Kunststoffelemente in der Schürze und zumindest mit den nur optional verfügbaren LED-Scheinwerfern ein böser Blick mit einer Braue, die sich in drei angedeutete Kühlöffnungen zwischen Kühlergrill und Motorhaube fortsetzt - der Ur-Quattro lässt grüßen. Verschwunden ist auch das rundliche Dach mit farblich abgesetzten Bogenelementen, die von der A- bis zur C-Säule reichten. Dafür gibt es ein Kontrastdach, dass die Gesamtkonstruktion optisch herunterzieht und den Audi A1 damit gedrungener, bulliger und kraftvoller erscheinen lässt.

Ein angedeuteter Diffusor am Heck sorgt auch hier für Sportlichkeit, die man bisher vom Audi A1 nicht kannte. Noch heißer wird der Look mit dem optionalen Sportpaket, der gerade die Front noch massiger erscheinen lässt. Der Dreitürer wurde aus dem Programm gestrichen. Im Vergleich zum Vorgänger ist der 4,06 Meter lange Audi A1 in Länge und Breite durch den modularen Querbaukasten des VW-Konzerns leicht gewachsen, wodurch es in der ersten Reihe deutlich mehr als Platz als bisher geben wird. Im Fond können nach wie vor allenfalls Kinder sitzen und es geht klassenbedingt beengt zu. Analoge Runduhren sind im Cockpit ebenso verschwunden wie ein normales Radio. Wie man es von den größeren Modellen A6, A7 und A8 kennt, werden die entsprechenden Informationen über ein animiertes Cockpit an den Fahrer weitergegeben. Im Armaturenbrett gibt es ein Touchdisplay und der ausklappende Navigationsbildschirm entfällt. Bot der Audi A1 bereits in seiner jetzigen Generation ein hohes Qualitätsniveau im Innenraum, so wurde hier nochmals nachgelegt. Farbliche Elemente rund um Schalthebel, Instrumententräger, Türgriffe oder Lüftungselemente sorgen für eine entsprechende Individualisierung. Überraschend für ein neues Fahrzeug im Modelljahr 2019: die Handbremse lässt sich betagt nur manuell zwischen den Sitzen bedienen. Deutlich gewachsen ist auch das Kofferraumvolumen auf rund 350 Liter.

Verschwunden sind aus dem Portfolio erst einmal die Dieselaggregate. Da sich angesichts der kleinen Fahrzeugklasse bereits bisher nur wenige Kunden für einen Selbstzünder entschieden, konnte Audi beim Nachfolger ohne großes Risiko auf aufgeladene Turbobenziner setzen. Die Motoren stammen ebenso wie Handschaltungen und Doppelkupplungsgetriebe aus dem Volkswagen-Konzernregal. Zum Marktstart im Oktober wird der neue Audi A1 zu Preisen ab rund 17.000 Euro allein mit einem aufgeladenen Dreizylinder-Benziner verfügbar sein. Das Leistungsspektrum der neuen A1-Generation liegt reicht von 100 bis rund 250 PS für die S1-Variante, die unverändert als Allradler angeboten wird.