Die Konzeptstudie des BuddE, die Volkswagen auf dem CES in Las Vegas diesen Januar enthüllte, war erst der Anfang. Volkswagen meint es zumindest mittelfristig ernst mit seiner Elektrostrategie und will so den Dieselskandal vergessen machen. Wer dem VW I.D. auf seine Karosserie schaut, dem kommen durchaus Gedanken an den BMW i3 in den Sinn. Dabei wirkt die Konzeptstudie aus Wolfsburg nicht derart stelzig wie sein Gegenüber aus Leipziger Produktion. Während der BMW i3 bereits seit über zwei Jahren auf dem Markt ist, wird es jedoch noch bis zum Jahrzehntewechsel dauern, ehe Volkswagen seinen I.D. elektrisierende Realität werden lässt.

Dabei soll der 4,10 Meter lange VW I.D. in der an sich etwas größeren Kompaktklasse eine elektrische Parallellinie zum VW Golf aufbauen. Das Preisniveau soll entsprechend einem gut ausgestatteten Modell mit Verbrennerantrieb liegen; sprich bei rund 30.000 Euro beginnen. Für seinen Antrieb soll ein Elektromotor mit 125 kW / 170 PS und einer Reichweite zwischen 400 und 600 Kilometern sorgen. Über das Schnelladesystem wäre die Batterie nach 30 Minuten zu 80 Prozent geladen. 0 auf Tempo 100 schafft das Elektromobil in acht Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Nach dem Erstlingswerk des VW I.D. planen die Wolfsburger auf Basis des modularen Elektrobaukastens weitere Fahrzeuge mit unterschiedlichen Aufbauten. Charakteristisch für den VW I.D. ist der vergleichsweise lange Radstand von 2,75 Metern mit geringen Überhängen, ein Wendekreis von unter zehn Metern, der im Boden integrierte Lithium-Ionen-Akku sowie eine Mehrlenkerhinterachse mit integrierter Antriebseinheit und abgekoppeltem Fahrschemel. VW-Chefdesigner Klaus Bischoff: „Der Elektroantrieb schafft für Designer deutlich größere Freiräume. Wir minimieren die Kühlöffnungen, rücken die Achsen weit nach außen und generieren atemberaubende Proportionen. Der I.D. zeigt es. Eine Ikone der Zukunft.“

Ab dem Jahre 2025 soll die niedersächsische I.D.-Flotte nicht nur autonom fahren können, sondern auch dafür sorgen, dass der Volkswagen-Konzern eine Million Elektroautos pro Jahr verkauft. In dem vollautomatisierten Modus „I.D. Pilot“ verschwindet das Lenkrad in der Instrumententafel und bildet zusammen mit dem Cockpit eine bündige Einheit. Der Innenraum des I.D. soll dann zu einer mobilen Lounge werden. Noch bevor der I.D. im Jahre 2020 in den Handel kommt, bekommen Volkswagen-Nutzer ihre ganz eigene ID. Das ist ein eigenes Profil, in dem die persönlichen Sitz- und Klimaeinstellungen, die favorisierten Radiosender und Songs, die Einstellungen des Soundsystems, des Außensounds, die Konfiguration des Navigationssystems oder die Art der Ambiente-Beleuchtung auf den Fahrer abgestimmt werden – egal, mit welchem VW-Modell er unterwegs ist.

Das entsprechende Profil wird über eine gesicherte Cloud per Mobiltelefon abgerufen. Verschiedene Lichtsignaturen sollen dem VW I.D. zudem Leben einhauchen. Sind die LED-Augen beim Parken scheinbar geschlossen, begrüßen sie die Insassen beim Starten mit einer stimmungsvollen 360-Grad-Inszenierung. Auch im Fahrbetrieb, der Ladung oder im autonomen Modus gibt es spezielle Lichtkonfigurationen mit entsprechendem Wiedererkennungswert. Zur Hightech-Ausstattung des VW I.D. gehört unter anderem ein animiertes Cockpit, bei dem die Navigationshinweise beispielsweise auf den Boden vor dem Fahrzeug projiziert werden. Mal schauen, was letztlich Realität wird – etwas Zeit gibt es ja noch.