In der sogenannten Golf-Klasse ist der Peugeot 308 ein echter Hingucker. Die markante Front, die gefällige Linienführung an der Seite und am Heck charakterisieren die Limousine aus Frankreich. Doch der GT soll nicht nur hübsch aussehen, sondern auch schnell sein, sozusagen die sportliche Alternative aus Sochaux, dem Produktions-Standort des 308. Zwei Motorisierungen ? ein 1,6-Liter-Vierzylinder als Turbo-Direkteinspritzer mit 205 PS (151 kW) und ein 2,0-Liter-Common-Rail-Turbodiesel (181 PS; 133 kW) ? stehen zur Wahl.

Was Peugeot mit dem sportlichsten Modell der 308er-Reihe vorhat, erklärt Frédéric Renard, Marketingchef für Deutschland im Interview. “Wir wollen unsere Marke neu positionieren.” Die Autos mit dem Löwen seien “sehr neutral unterwegs”, zeigten kein Gesicht und keinen Charakter. Das Image entspreche auch nicht mehr den hochwertigen Fahrzeugen, die sein Unternehmen heute produziere.

Renard hat eine Mission: “Wir wollen jüngere Zielgruppen ansprechen und sind auf Eroberungskurs.” Ob der 308 GT neue Kunden für sich begeistern kann? Bei Testfahrten machte der GT mächtig Spaß. Quirlig geht es mit dem knapp 1,4 Tonnen schweren Sportsgerät um die Ecken, ohne dass die Insassen ein allzu hartes Fahrwerk ertragen müssten. Der Motor dreht ohne Murren munter bis an den roten Bereich und wird dabei nicht zu laut.

Ein ums andere Mal muss der Pilot sich zur Zurückhaltung mahnen, denn die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Landstraßen ist schnell überschritten. Dabei ist theoretisch eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h drin. Das Sechsgang-Getriebe flutscht präzise durch die Gänge, jedoch dürften die Schaltwege etwas kürzer sein.

Verarbeitungsniveau wie deutsche Konkurrenz

Das kleine Lenkrad hat seinen Anteil am positiven Eindruck. Die Sitzposition hinter dem Kart-ähnlichen Volant bedarf kurzer Eingewöhnungszeit, dann fühlt sich der Fahrer wohl. Der Innenraum wirkt hochwertig, die Verarbeitung ist auf einem Niveau, das keinen Vergleich mit deutschen Autos zu scheuen braucht.

Arg krawallig wird der GT, wenn die Sport-Taste in der Mittelkonsole gedrückt ist. Der elektronisch erzeugte Klang aus den beiden Auspuffrohren am Heck soll an einen deutlich kräftigeren Motor erinnern, das Lenkrad gibt dem Piloten mehr Rückmeldung, Tacho und Drehzahlmesser leuchten im aggressiven Rot daher. Das kann man mögen, im Alltagsbetrieb dürfte die Taste meist deaktiviert bleiben. Soviel Gebrülle hat die Löwen-Marke gar nicht nötig.

Umfangreiche Serienausstattung

Die Konkurrenz von VW aus Wolfsburg – mit dem Golf GTI – oder von Ford aus Köln – mit dem Focus ST – ist kräftiger motorisiert und lockt mit zum Teil niedrigeren Einstandskosten. Der Herausforderer dagegen punktet mit umfangreicher Serienausstattung. Etwa mit LED-Licht, Tempomat, Navigations-System, Einparkhilfen, Licht- und Regensensor sowie vielen anderem, was sonst extra zu bezahlen ist.

Zudem ist der flotte Franzose gewappnet genug für die allermeisten Fahrsituationen, die gemäß der Straßenverkehrsordnung noch legal sind. Und eine Rennstrecke sehen auch Sports-Kerle wie der Peugeot 308 GT sehr, sehr selten.

Die Preise starten bei 29?950 Euro für den Benziner (Kombi-Version: 31?100 Euro). Der Diesel kostet 32?000 Euro, als Kombi werden 33?150 Euro aufgerufen. Die Normverbräuche werden mit 5,6 Liter pro 100 km (entspricht einer CO2-Emission von 130g/km) für den Benziner und 4,1 Liter (107g/km) für den Selbstzünder angegeben.

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Reimund Abel / gp