Peugeot hat harte Zeiten hinter sich. Erst die geplatzte Kooperation mit GM und dann schwebte der Pleitegeier einige Zeit über der Löwenmarke. Ohne die Hilfe der französischen Regierung wäre es in der Konzernzentrale in Paris schon längst dunkel geworden. Doch der PSA-Konzern scheint das Gröbste hinter sich zu haben. Die Gewinnmarge stieg im ersten Halbjahr von null auf fünf Prozent und der Peugeot 308 findet viele Abnehmer. Immerhin wurde der gallische Golf-Gegner 2014 zum “Auto des Jahres” gekürt und die Franzosen beeilen sich, das mit einem Sticker in der jedem mitzuteilen.

Großer Kofferraum

Das Design hat sich gegenüber den Sünden der letzten Jahre deutlich verbessert. Davon profitiert auch der Kombi. Außen hui, innen pfui. Mitnichten, das Cockpit wirkt klar und aufgeräumt, da der zentrale 9,7-Zoll-Touchscreen auch als Eingabe-Instrument für die Klimaanlage und andere Komfortfunktionen benutzt wird. Wer will, kann mit aufpreispflichtigen Apps nach freien Parkplätzen suchen. Funktioniert alles auch ganz vernünftig, auch wenn die Anzeigen etwas klein und pixelig wirken. Warum der Drehzahlmesser gegen den Uhrzeigersinn geht, kann wohl nur der Interieur-Designer erklären. Die Materialanmutung und Verarbeitung sind in Ordnung, aber nicht überragend.

Die gefahrene Top-Version “Allure” bietet für 26.000 Euro viel Auto fürs Geld. Serienmäßig sind unter anderem Voll-LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Alus, ein Navigationssystem, Parksensoren vorne und hinten und eine Zweizonen-Klimaanlage. Wer es gerne luftig mag, sollte sich das große Glas-Panoramadach für 450 Euro gönnen. Auch die Rückfahrkamera (280 Euro) und das Assistenzsystem-System-Paket für 450 Euro sind eine sinnvolle Ergänzung, da ein adaptiver Tempomat und ein Notbrems-System enthalten ist.

Motor müht sich nach Kräften

Platz ist in dem 4,59 Meter langen Franzosen genug. Da der Radstand gegenüber der Limousine um elf Zentimeter gewachsen ist, sitzen großgewachsene Erwachsene auch in der zweiten Reihe bequem und der Kofferraum entlastet die Bandscheiben mit einer ebenen Ladefläche und einer sehr niedrigen Ladekante. Das Volumen kann sich mit 610 bis 1.660 Litern bei umgeklappten Rückbanklehnen durchaus sehen lassen, denn der 308 SW schlägt damit den Golf-Variant. Das Wolfsburger Kompakt-Großmaul schluckt 605 bis 1.620 Liter.

Der Dreizylindermotor müht sich nach allen Kräften, die sein Hubraum von 1.2 Liter hergibt. Die 96 kW / 130 PS sind immerhin für eine Spitzengeschwindigkeit von 198 km/h gut. Das Spurtvermögen ist mit 9,5 Sekunden von null auf 100 km/h auch nicht gerade goldmedaillenverdächtig, reicht aber für Landstraßen-Überholvorgänge aus. Das maximale Drehmoment von 230 Newtonmetern liegt bei 1.750 U/min an. Der Dreizylinder begnügt sich mit 5,2 Liter pro 100 Kilometer.

Komfortables Fahrwerk

Im Alltagsbetrieb fällt der 308 SW nicht großartig auf.Damit ist der Motor eigentlich schon umfassend beschrieben. Solange es fließend vorangeht, schwimmt der 1.440 Kilogramm schwere Franzose locker mit. Auch die Sechsgang-Automatik ist immer Herr der Lage. Nimmt man sich das Aggregat mal zur Brust, akzeptiert es die sportliche Herausforderung freudig, legt sich auch so gut es geht ins Zeug. Allerdings macht der dreitöpfige Athlet aus seinem Anstrengungen keinen Hehl und meldet sich mit einem hörbaren Knurren zu Wort, sobald es richtig nach vorne geht. Das Getriebe versucht dem Antritt nicht im Wege zu stehen und schaltet fleißig runter.

Das Fahrwerk ist eher auf der komfortablen Seite, was sich auf langen Strecken und schlechten Straßen positiv bemerkbar macht. Wer es dennoch sportlich mag, drückt den entsprechenden Knopf in der Mittelkonsole. Dann färben sich die Instrumente rot, die Gasannahme erfolgt unmittelbarer und der Wechsel der Fahrstufen, so gut es eben geht, schneller. Auch die Lenkung wird direkter und verhärtet sich spürbar. Allerdings wirkt diese Sportlichkeit im Volant synthetisch, zumal man im Normal-Modus den 308 SW recht genau über den Asphalt führen kann.