Porsche zeigte bei den Bergrennen der Konkurrenz immer die Auspuffrohre. "Andere hatten vielleicht mehr PS, aber wir hatten den Trumpf des Leichtbaus", schmunzelt Eberhard "Ebs" Mahle, der 1966 in einem Porsche 911 Europabergmeister wurde. Das Resultat dieses Diät-Wettrüstens waren kompromisslose Bergkraxler, wie der Porsche 909 Bergspyder, eine atemberaubende Rennmaschine mit einer zehn Kilogramm schweren GFK-Karosserie, einem Gitterrohrrahmen aus Aluminium und einem 202 kW 275 PS Achtzylinder-Einspritzmotor, was sich zu einem Gesamtgewicht von 384 Kilogramm oder einem Leistungsgewicht von 1,4 Kilogramm pro PS manifestiert. Ein Berg-Hinaufballern in diesem Leichtbau-Vehikel muss dem Ritt auf der Kanonenkugel des berühmten Lügenbarons Münchhausen ziemlich nahekommen. Konsequenz: 1968 fuhren die Porsche 909 bei dem beliebten Kräftemessen der Konkurrenz um die Ohren.

Vor vier Jahren sollte diese ruhmreiche Tradition wieder aufleben und der Porsche-Vorstand erteilte den Tüftlern im Entwicklungszentrum Weissach den Auftrag, das Konzept auf Basis eines Boxsters der Baureihe 981 neu zu interpretieren. Das Lastenheft ist schnell geschrieben: radikal, möglichst leicht und kompromisslos. Das Mittelmotorkonzept des Boxsters eignete sich perfekt, um die Vorgabe der Führungsspitze umzusetzen.

Also machten sich Exterieur-Designer Grant Larson und seine Truppe daran, das Projekt umzusetzen, und griffen dabei auf ein altbewährtes Leichtbau-Prinzip zurück. "Schmeiß alles raus, was unnötig ist, und Gewicht ins Auto bringt", lächelt Larson. Also flogen die unter anderem die Windschutzscheibe, das Dach, jede Menge Dämmmaterial und der Beifahrersitz aus dem Boxster. Nur ein kleiner Windabweiser befindet sich vor dem Fahrer, der von einem Sportsitz des 918 Spyders umklammert wird und auf ein Cockpit blickt, dass dem des Hybrid-Hyper-Sportwagen nachempfunden ist.

Noch ist kein Serienmodell geplant

Die Abdeckung des Innenraums besteht, wie die Motor- und die Kofferraumhaube, aus Kohlefaserverbundstoff. Darunter lässt sich der Helm des Fahrers verstauen. Das Resultat dieser Radikal-Diät ist ein Gewicht von 1.099 Kilogramm, knapp 300 Kilogramm weniger als der Porsche Boxster Spyder. Befeuert wird der heißblütige Kraxler von dem 289 kW / 393 PS starken Sechszylinder Boxer aus dem Cayman GT4. Das ergibt ein Leistungsgewicht von 2,8 Kilogramm pro PS, eine Sprintzeit von etwas mehr als vier Sekunden von null auf hundert und eine Rundenzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings von 7:30 Minuten.

Klingt zu schön, um wahr zu sein. "Momentan ist nicht geplant, dieses Auto zu bauen, aber es gibt immer wieder Gedankenspiele", erklärt Grant Larson und zieht bedauernd die Schultern hoch. Wer aber die Liebe der Porsche-Topmanager zu außergewöhnlichen Sondermodellen kennt, darf noch auf eine Kleinserie des Porsche 981 Bergspyders hoffen - verkaufen würde sie sich wie geschnitten Brot.

  • Der Porsche 911 Speedster ist bis zu 310 km/h schnell

    Der Porsche 911 Speedster ist bis zu 310 km/h schnell. Bild: press-inform / Porsche

  • Vom Porsche 911 Speedster werden nur 1.948 Exemplare gebaut

    Vom Porsche 911 Speedster werden nur 1.948 Exemplare gebaut. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Ein Windschott sucht man vergebens. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Typisches Porsche-Cockpit, das allerdings im Vergleich zu den Carrera-Modellen deutlich puristischer gehalten ist. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Die Heckklappe wiegt nur zehn Kilogramm. Bild: press-inform / Porsche

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    Der Porsche 911 Speedster erreicht nach vier Sekunden Landstraßentempo. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Das Heck lenkt aktiv mit. Bild: press-inform / Porsche

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    Der Porsche 911 Speedster kostet 269.274 Euro. Bild: press-inform / Porsche

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    Leichtgewicht: Der Porsche 911 Speedster bringt nur 1.465 Kilogramm auf die Waage. Bild: press-inform / Porsche

  • Porsche 911 Speedster - Abschluss der Baureihe 991

    Der Porsche 911 Speedster bildet den krönenden Abschluss der Baureihe 991. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Die Sitze sind bequem und bieten Halt. Bild: press-inform / Porsche

  • Porsche 911 Speedster - straffes Fahrwerk

    Porsche 911 Speedster: Das Fahrwerk ist straff, aber nicht unkomfortabel. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Die Sechsganghandschaltung ist knackig und präzise. Bild: press-inform / Porsche

  • Vierliter-Sechszylinder Boxermotor

    Porsche 911 Speedster: Der Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor hat zwei OPF-Filter verbaut. Bild: press-inform / Porsche

  • Porsche 911 Speedster - lässt sich entspannt schnell bewegen

    Der Porsche 911 Speedster lässt sich entspannt schnell bewegen. Bild: press-inform / Porsche

  • Porsche 911 Speedster - niedrige Fensterlinie

    Porsche 911 Speedster: Die Fensterlinie ist niedriger als beim Cabrio. Bild: press-inform / Porsche

  • Porsche 911 Speedster - rollt auf 20-Zoll-Walzen

    Der Porsche 911 Speedster rollt auf 20-Zoll-Walzen. Bild: press-inform / Porsche

  • Porsche 911 Speedster - fulminante Geräuschkulisse

    Porsche 911 Speedster: Die Geräuschkulisse des Motors ist fulminant. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Der Ansaugtrakt des Motors wurde verändert. Bild: press-inform / Porsche

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    Porsche 911 Speedster: Der Auspuff hat elektrisch geregelte Abgasklappen. Bild: press-inform / Porsche