| von Stefan Grundhoff

Neben dem Renault Twingo brachte der Kangoo der französischen Automarke jede Menge Sympathie und Kunden. Der Familientransporter in Form eines unhandlichen Skischuhs war Ende der 1990er Jahre unglaublich praktisch, einfach nett anzuschauen und die Marke konnte ganz nebenbei über sich selbst lachen. So vergnügte sich einst in einer Fernsehwerbung ein Nashorn höchst körperlich mit einem Kangoo - weil er dies für ein weibliches Gegenüber hielt. Vier Millionen verkaufte Fahrzeuge sprechen eine klare Sprache. In den vergangenen Jahren sind die einst so beliebten Hochdachkombis ins Hintertreffen geraten und wurden von den allgegenwärtigen SUV jeder Größe und Klasse geschluckt. Für die Hochdachkombis blieb da oft kaum mehr als das Preiswert-Segment und der Nutzfahrzeugbereich, denn Kangoo und Co. erfreuen sich bei Handwerksbetrieben, Kurierdiensten und Gewerbetreibenden größter Beliebtheit.

Im Laufe der Jahre wurde der Renault Kangoo zu einem Zwillingsmodell. Von Renault ersonnen, gab es ihn über Nacht auch als Mercedes Citan, was den Schwaben viel Hohn und Spott einbrachte, weil dieser nicht mehr war als ein Renault Kangoo mit einem Mercedes-Stern. Auch in der neuen Generation wird es den Renault Citan bei Daimler als Zwilling mit größeren optischen Unterscheidungsmerkmalen geben. Inhaltlich bleibt es dabei, dass beide Modelle keine andere Technik bekommen. Ohnehin hatte die Renault-Kunden nicht gestört, dass es von dem Kangoo auch einen Citan gab. Allein die Mercedes-Jünger fühlten sich durch die Kooperationsfranzosen mehr gestört als seinerzeit beim Smart Forfour, der gemeinsam mit dem Renault Twingo entwickelt wurde.

"Mit dem brandneuen Kangoo und dem Express revolutioniert Renault einmal mehr das Transporter- und Kombi-Segment. Diese neuen komplementären Modelle erfüllen die unterschiedlichen Bedürfnisse von Fachleuten und Privatpersonen", sagt Mark Sutcliffe, Senior Vice President der Geschäftseinheit leichte Nutzfahrzeuge, "mit über vier Millionen verkauften Einheiten seit 1997 ist der Kangoo eine Ikone unter den Fahrzeugen. Der Kangoo Van und der Kangoo werden beide in einer elektrischen Version angeboten, um den Herausforderungen der städtischen Mobilität gerecht zu werden."

Kommt auch elektrisch

Optisch gibt es beim neuen Kangoo gefälligere Formen und das aktuelle Renault-Markengesicht. Geblieben sind der aufgesetzte Rucksack mit dem steilen Heckdeckel und den beiden Schiebetüren, die ebenso wie die Heckklappe keine elektrische Bedienung bekommen. Renault wird den Kangoo Rapid dabei in zwei Karosserielängen anbieten. Das Ladevolumen beträgt je nach Version 3,3 bis 3,9 Kubikmeter oder 4,2 bis 4,9 Kubikmeter. Der kompakte Lademeister wird mit Diesel-, Benzin-, Hybrid- und Elektromotor angeboten. Wahlweise gibt es eine Handschaltung oder ein automatisiertes Getriebe. Die Antriebe stammen aus dem französischen Konzernregal und dürften ähnlich wie der Wettbewerber VW Caddy mit seinen Drei- und Vierzylindern ein Leistungsspektrum zwischen 75 und 125 PS abdecken.

Der Innenraum ist frei von Designkapriolen und betont nüchtern gezeichnet. Neu ist das zentrale Multimediasystem, Einparkhilfe vorne wie hinten, LED-Scheinwerfer, Notbremsassistent, Anhängerstabilitätskontrolle und ein digitaler Rückspiegel für die gewerblichen Versionen mit geschlossenem Ladeabteil. Zusätzlich zum Express Transporter bietet Renault für die internationalen Märkte außerhalb Europas eine Variante zur Personenbeförderung mit fünf Sitzen und großem Gepäckraum an. Beide Express-Varianten werden im marokkanischen Tanger produziert. Die Transporterversion des Renault Kangoo Rapid ermöglicht seinen Kunden einen deutlich leichteres Be- und Entladen. So gibt es mit 1,45 Metern die aktuell breiteste seitliche Ladeöffnung auf dem Markt, die damit nahezu doppelt so groß wie beim Vorgängermodell ist. Zusätzlich kann langes und besonders sperriges Ladegut oben im Laderaum transportiert werden, um so den Boden für weitere Fracht freizuhalten. Marktstart ist im kommenden Frühjahr.

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