Renault startet mit dem Megane einen neuen Versuch, die Autofahrer in der hart umkämpften Kompaktklasse zu erobern. Dazu rüsten die Franzosen ihren Golf mit technischen Feinheiten, wie eine Allrad-Lenkung, aus.

Deutschland kauft deutsch und Frankreich kauft französisch. Das ist in der Kleinwagenklasse genauso der Fall, wie im Kompakt-Segment. Da heißt es hierzulande: Erst der Golf und dann lange nichts. Renaults Megane, der jetzt schon in der vierten Generation gegen die internationale Konkurrenz antritt, tut sich da naturgemäß schwer. Am frischen Design liegt es nicht, wenn der neue gallische Kompakte hierzulande zum Ladenhüter verkommt. Wer es noch athletischer mag, greift sich gleich zum coupéhaften Megane GT, der ebenfalls ab dem Marktstart erhältlich ist.

Doch mit dynamischer Optik alleine gewinnt man der Golf-Klasse keinen Blumentopf. Das können auch andere, wie der Kia cee’d oder die Alfa Romeo Giulietta. Die schmucken Formen müssen durch Substanz ergänzt werden, sonst verkommt der Beau schnell zu einem Ladenhüter.

Deswegen legt Renault technisch eine Schippe drauf und versucht die Kunden mit Allrad-Lenkung zu überzeugen – ein Novum in diesem Segment. Das dürfte dem Megane zumindest in der Agilität helfen. Da sich der Megane die Architektur mit dem Talisman und dem Espace teilt, wirkt sich bei der modernen Technik und den Assistenzsystemen aus: Neben dem adaptiven Tempomaten, wird der Lenker durch einen Toten-Winkel-Warner und einen Spurhalte-Assistenten unterstützt.

Außerdem kann der Fahrer das Auto nach seinen Wünschen konfigurieren. Beim Infotainment bieten die Franzosen – je nach Ausstattung – einen quer eingebauten Sieben-Zoll- oder einen hochkant installierten 8,7-Zoll-Touchscreen. Der Bildschirm ist kapazitiv, was die Bedienung aufgrund der – bei Annäherung des Fingers – vergrößerten Trefferfläche des gewünschten Elements vereinfacht. Beim Head-up-Display bieten der Autobauer allerdings auch beim Megane nur die preisgünstige Klappscheiben-Variante an.

Das Platzangebot ist in Ordnung und auch der Kofferraum kann sich mit einem Volumen von 434 Litern durchaus mit der Konkurrenz messen. Das Motorenangebot umfasst fünf Turbodiesel und vier Turbo-Benziner mit einer PS-Spektrum zwischen 90 und 205 PS, wobei der 205-PS-Benziner dem Renault Megane GT vorbehalten ist. Ab dem 130-PS-Benziner steht ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung, bei den Selbstzündern schieben die Franzosen ein 165-PS-Aggregat mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe nach. Diese Kombination ist ebenfalls zunächst dem GT vorbehalten. Zu Beginn des nächsten Jahres kommen die Diesel-Hybrid-Fans auf ihre Kosten. Der elektrifizierte Megane soll dann nur noch 3,3 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen.