• Die Rolls-Royce-Leichenwagenflotte aus Nottingham. - alle Bilder: pressinform

    Die Rolls-Royce-Leichenwagenflotte aus Nottingham. - alle Bilder: pressinform

  • Die Rolls-Royce-Leichenwagenflotte aus Nottingham.

    Die Rolls-Royce-Leichenwagenflotte aus Nottingham.

  • Die Rolls-Royce-Leichenwagenflotte aus Nottingham.

    Die Rolls-Royce-Leichenwagenflotte aus Nottingham.

  • Auch alte Modelle sind dabei...

    Auch alte Modelle sind dabei...

  • ...natürlich ebenfalls von...

    ...natürlich ebenfalls von...

  • ...Rolls-Royce.

    ...Rolls-Royce.

  • Der Rolls-Royce Leichenwagen wirkt riesig.

    Der Rolls-Royce Leichenwagen wirkt riesig.

  • Perfekt illuminiert.

    Perfekt illuminiert.

  • Rolls-Royce-Leichenwagen.

    Rolls-Royce-Leichenwagen.

  • Rolls-Royce-Leichenwagen.

    Rolls-Royce-Leichenwagen.

  • Rolls-Royce-Leichenwagen.

    Rolls-Royce-Leichenwagen.

  • Rolls-Royce-Leichenwagen.

    Rolls-Royce-Leichenwagen.

Es ist Herbst in Nottingham und so präsentiert sich die 300.000-Einwohner-Metropole in den britischen East Midlands noch etwas grauer als sonst im Jahr. Morgens und am frühen Abend ziehen nicht selten Nebelschwaden durch die Landschaft und verbreiten eine geheimnisvolle Stimmung – nicht nur im Nottingham Forest, der durch den Strumpfhosenrächer Robin Hood weltbekannt wurde. Dessen mittelalterlichen Geschichten ziehen sich noch heute durch die britische Stadt. Der bekannteste Friedhof liegt in der Robin Hood Street. Gleich schräg aus seiner Kirche blickt Bischof Tony Porter auf das Robin Hood House, in dem seit über 100 Jahren das Traditionsunternehmen A. W. Lymn beheimatet ist. Das Bestattungsunternehmen, 1907 in Nottingham geründet, hat nicht nur in Nottingham und den East Midlands, sondern in ganz England einen Ruf wie Donnerhall.

A.W. Lymn ist das älteste und größte Bestattungsunternehmen seiner Art und deren Fahrzeuge sind spektakulärer, wie sie kaum sein könnten. Wer für Freunde oder Verwandte eine Beerdigung durch A. W. Lymn erwählt, lässt diese zur letzten Ruhe in einem silbernen Rolls-Royce Phantom wie in einer Sänfte reisen. Insgesamt bewegt das Unternehmen 39 Fahrzeuge von Rolls-Royce und Bentley. “Rolls-Royce ist für uns typisch britisch”, sagt Rob Lippitt, Fuhrparkleiter von Lymn, “die Autos beinhalten für uns Tradition. Unser ältestes Fahrzeug ist ein Phantom Six aus dem Jahre 1936, den wir immer noch nutzen. Den setzen wir gerade für Trauerfeiern von älteren Menschen ein.” Während das schwarze Vorkriegsmodell zumeist als Ausstellungsstück im Schaufenster gleich gegenüber des Friedhofsportals wirbt, präsentieren sich die aktuellen Rolls-Royce-Fahrzeuge im klassischen “gregorian silver”. Nigel Lymn Rose setzt als Inhaber des familiär geführten Bestattungsunternehmens Lymn die aktuellen Rolls-Royce Phantom nicht nur für Beerdigungen, sondern auch für Familienfeiern aller Art ein. Daher gibt es im exklusiven Fuhrpark auch mehrere Limousinen ohne Glasaufbau. “Wir wollen anders sein als andere und das zeigen unsere Autos. Rund 85 Prozent der Einsätze sind Trauerfeiern”, ergänzt der stämmige Brite mit weicher Stimme, während er über einen roten Langfloorteppich Richtung Fahrzeughalle schreitet, “unsere Kunden wollen spezielle Autos.” Die Feiern selbst finden nicht allein in den Midlands statt und so läuft die Flotte quer durch ganz England.

Der Fuhrpark wird ständig ausgebaut. Zwei Phantom werden gerade bei Biemme Special Cars, einem Karosseriebauer in der Nähe von Venedig umgebaut; fünf weitere sind geplant. Rob Lippitt: “Der Umbau von einem normalen Phantom zu einem unserer exklusiven Leichenwagen dauert bis zu sechs Monaten und kostet bis zu 500.000 Pfund. Wir bringen die Autos selbst auf Achse von Nottingham aus nach Italien.” Lymn kauft die Rolls-Royce-Modelle nicht als Neufahrzeuge beim Exklusiv-Händler, sondern greift zu bestens erhaltenen Modellen auf dem Gebrauchtmarkt. Nach den Umbaumaßnahmen sind die dann in exklusivem “gregorian silver” lackierten Luxusmodelle aus Goodwood kaum mehr wiederzuerkennen. Sieben Meter lang und um einen Glasaufbau zur Sarginszenierung erweitert, ist jedes ein spektakuläres Einzelstück.

Um die Särge einzigartig in Szene setzen zu können, bekommen die Beerdigungsfahrzeuge eine spezielle angefertigte LED-Anlage, mit der der Fahrer das Glasabteil mit Sarg und Kränzen von allen Seiten illuminieren kann. Das Geschäft boom – nicht zuletzt werden der ungewöhnlichen Leichenwagenflotte. Bis zu 30 Beerdigungen am Tag sind daher keine Ausnahme und so werden die sechs fest angestellten Bestattungsfahrer mit 15 Chauffeuren auf Abruf unterstützt. Ein eigens eingestellter Rolls-Royce-Mechaniker sorgt dafür, dass die silbernen Luxusmobile ohne Probleme im Alltag laufen. „Eine solche Beerdigung kostet ohne Blumen rund 10.000 bis 15.000 Pfund”, ergänzt Lippitt, “doch der Preis lässt sich ohne Probleme auch verdoppeln, je nachdem wie viele Fahrzeuge wir als Begleitung schicken und wo die Feier stattfindet.”

Stefan Grundhoff