"Black Badge ist ein Rolls-Royce für Menschen, die nach ihren eigenen Regeln spielen und sich über Konventionen hinwegsetzen. Was sie antreibt? Das unstillbare Verlangen nach Neuem. Ihr Motto: "Play hard and change the world". Black Badge ist das Alter Ego von Rolls-Royce. Dunkler, direkter und kraftvoller", schwärmt Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös. Oder anders formuliert: Der perfekte Wagen für Justin Bieber, CR7 und Co. Zu erkennen ist ein Wraith oder Ghost Black Badge an exklusiven Details, die sie zugleich unverwechselbar machen. Von vorn betrachtet fallen der schwarze Kühlergrill, die schwarze Kühlerfigur und das in seiner Farbgebung ins Negativ verwandelte RR-Logo, soll heißen, nun liegt ein silberfarbenes Doppel-R auf schwarzem Grund. An der Seitenansicht hat sich, abgesehen von den schicken Carbon-Felgen nahezu nichts verändert. Wer mag, kann die verchromten Fensterrahmen ebenfalls schwärzen. Von hinten ist die Black-Badge-Serie an den beiden schwarzen Endrohren zu erkennen.

Innen erstrahlt die Armaturentafel aus Karbonfaser und Aluminium, dessen Oberfläche mit sechs Schichten Klarlack versiegelt und nach einer 72-stündigen Trocknungspause von Hand auf Hochglanz poliert wurde. Zudem ziert die liegende Unendlichkeits-Acht samt Unterstrich die analoge Uhr, die Einstiegsleisten und die Rückbank. Der genaue Aufpreis für diese, im Vergleich zu stärker individualisierten Rolls-Royce-Fahrzeugen vergleichsweise dezenten Extras, steht noch nicht fest. Spielt aber auch eigentlich gar keine Rolle. Geld interessiert in dieser Liga nicht einmal am Rande. Hauptsache das bestenfalls streng limitierte Statussymbol steht in der heimischen Garage.

Allerdings ist nicht nur die Simplizität der Konfiguration das, womit Rolls-Royce sein neues, jüngeres Klientel ansprechen möchte. Die Black Badge-Modelle von Wraith und Ghost werden dank eines Software-Tunings zu den stärksten Serien-Rolls-Royce der Welt. Wird beim Wraith lediglich das Drehmoment um 70 auf 870 Newtonmeter angehoben, während die ohnehin schon brachiale Leistung bei 632 PS verbleibt, wird beim Ghost an beiden Parameter Hand angelegt. Das Resultat sind 612 PS und 840 Newtonmeter, die lediglich an den beiden gewaltigen Hinterrädern ankommen. Jedoch führt allein mehr Leistung bei einem 2,5 Tonnen schweren und über fünf Meter langen Boliden nicht zwangsläufig zu einer höheren Dynamik. Doch das 40 Mann starke Ingenieurs-Team von Rolls-Royce, das zwei Jahre lang nur mit der Realisierung der Black-Badge-Serie vertraut war, hat noch an ein paar weiteren Stellschrauben gedreht.

Preis? Noch unbekannt.

So wirkt die Lenkung zwar auch weiterhin nicht gerade sportwagengleich, doch ist sie deutlich direkter ausgelegt. Die Dämpfereinstellung wurde zudem mehr auf Dynamik ausgelegt, ohne den Rolls-Royce-typischen lautlosen und kompromisslosen Komfort zu vermindern. Vor allem beim starken Beschleunigen und Verzögern wird dies erfahrbar, da sich der Vorderwagen nicht wie zuvor gefühlt vom Boden gen Himmel aufbäumt oder beim Bremsen fast mit dem Asphalt verschmilzt. Gleichzeitig wird dem Achtgang-Automatikgetriebe ein wenig auf die Sprünge geholfen, in dem der neue Low-Knopf am Gangwahl-Lenkstockhebel gedrückt wird. Die Gänge werden dann länger ausgefahren, die Drehzahl etwas höher gehalten und die Gasannahme reagiert signifikant spontaner - eigentlich richtig sportlich.

Erst einmal mit der Kombination von gewaltiger Leistung und überdurchschnittlichem Gewicht angefreundet, steht auch einer schnellen Rundenzeit nicht mehr viel im Wege. "Es bleibt aber dabei, ein Rolls-Royce wird immer ein Rolls-Royce bleiben", rudert mit Franz Drescher-Kaden der Motorenverantwortliche des Black Badge-Teams die Erwartungen an überdurchschnittlich sportliche Momente zurück. Wer Luxus im Sportwagenkleid haben möchte, wird daher auch weiterhin zur Konkurrenz aus dem Hause Bentley greifen müssen. Wird hingegen Wert auf feinste Verarbeitung und konkurrenzlosen Reisekomfort gelegt, darf etwas mehr auf den Tisch gelegt und mit einem Rolls-Royce nach Hause gefahren werden.