| von Stefan Grundhoff

Die Modellpflege des Subaru XV hat eines nicht geändert: bis auf Weiteres bleibt der Plug-in-Hybridantrieb in Europa bei den Antriebsvarianten außen vor. Auch wenn die Amerikaner den XV mit dem Nachladestecker schon über ein Jahr im Programm haben, gibt es mit der hiesigen Modellpflege nur ein paar optische Retuschen und verbesserte Verbrauchswerte. Doch mehr als ein Mild-Hybrid-System bekommen die Fahrer eines neuen Subaru XV nach wie vor nicht. Doch immerhin senkt das Teilbordnetz den realen Verbrauch um ein paar Stellen hinter dem Komma.

Subaru ist bekannt als eine Marke, die auch unter zunehmendem Toyota-Einfluss gerne ihren ganz eigenen Weg geht und kaum ein Auto drückt das besser aus als der XV. Er konkurriert eher indirekt mit Volumenmodellen wie einem VW Golf oder einem T-Roc, kämpft aber auch gegen den ehemals allradbetriebenen Opel Mokka, Nissan Note/Qashqai oder einen Mazda CX-3. Während die Konkurrenz mehr denn je auf drehmomentstarke Turbomotoren und Plug-in-Hybriden setzt, bleiben sich die Japaner unverändert treu. Sie stellen markantes Design, gute Verarbeitung, solide Technik und den charakteristischen Allradantrieb an die Spitze aller Bemühungen. Doch man darf ja einmal träumen. Wie gut würde sich ein Subaru XV nur mit einem kraftvollen Zweiliter-Turbo, einem noch bulligeren Commonraildiesel, über 200 PS und einem Automatikgetriebe fahren, das auf die Kaugummi-Mentalität der verbauten CVT-Einheit verzichtet?

Traum beendet, alles bleibt, wie es ist - erst einmal. Und das Paket passt - wenn man es nicht zu sportlich angehen lässt. Wer aufs Gas drückt, bringt den 150 PS starken Zweilitermotor in einen Bereich, in dem er sich zumindest akustisch nicht zu Hause fühlt. Wer es weniger ambitioniert angehen lässt, wird auch weniger enttäuscht und freut sich über einen Realverbrauch, der kaum über dem in Aussicht gestellten Normwert liegt. Man sollte jedoch keinen Gedanken daran verschenken, den Subaru XV mit dem 1,6 Liter großen Einstiegsmotor zu ordern, denn wenn 1,6 Tonnen auf 114 PS treffen, gibt es nur traurige Augen. Daher einfach das Topmodell als alternativlos einstufen und zumindest aus 110 kW / 150 PS schöpfen, von denen sich die blassen 194 Nm bei stattlichen 4.000 U/min noch am deutlichsten im Alltagsbetrieb spüren lassen. Nur mäßige Abhilfe schafft das kleine Elektromodul im CVT-Getriebe mit seinen 12 kW / 16 PS und 66 Nm, die beim Anfahren, Gangwechseln und Zwischenspurts zusätzlichen Elan bringen. Dank des 13,5 kWh großen Akkupakets kann der XV kurze Stücken auch rein elektrisch zurücklegen.

Zwischen den Welten

Hinter dem Steuer spürt man den im Verborgenen werkelnden Elektromotor nicht, außer man blickt auf den zentralen Informationsbildschirm im Untermenü "Kraftfluss". Entsprechend sind die Fahrleistungen, denn 0 auf Tempo 100 in 10,7 Sekunden sind ein eher mäßiger Wert, der sich durch das Aufheulen des Motors dank des stufenlosen CVT-Automatikgetriebes noch müder anfühlt als er wirklich ist. 193 km/h Höchstgeschwindigkeit sollten die meisten der XV-Kunden allemal zufriedenstellen. Ärgerlich, dass das Akkupaket rund zehn Liter Tankvolumen (nunmehr 48 Liter) kostet. Der Normverbrauch von 6,5 Litern Super geht dagegen in Ordnung. Hier macht sich der auf Effizienz getrimmte Motor und das CVT-Getriebe einmal positiv bemerkbar. Dank Allradantrieb und stattlichen 22 Zentimeter Bodenfreiheit darf es auch einmal ins unwegsame Terrain gehen.

Dabei könnte der 4,47 Meter lange Subaru XV auch durch sein ausgewogenes Fahrwerk und das gute Platzangebot deutlich mehr an Leistung vertragen und würde die Konkurrenz nicht zuletzt mit seinem guten Allradantrieb dann durchaus ins Schwitzen bringen. Denn für zwei bis drei oder gar vier Personen ist der Subaru XV eine unaufgeregte Alternative, mit der man sich angenehm von der breiten Masse abheben kann. Das Ladevolumen: 340 bis 1.193 Liter. Eine elektrische Heckklappe wird auch weiterhin vermisst. Die Sitze sind abgesehen von der fehlenden Beifahrersitzhöhenverstellung gut, die etwas betagt anmutenden Instrumente leicht ablesbar und auf dem acht Zoll großen Touchscreen lassen sich nicht nur Navigation und Radio, sondern auch Apple Carplay und Android Auto bedienen. Was im Fond jedoch fehlt, sind eine Sitzheizung, Luftausströmer in der Mittelkonsole und USB-Ports, damit die Mitfahrer in der zweiten Reihe ihre mobilen Gerätschaften nachladen können. Der Basispreis des Subaru XV 2.0 e-Boxer ist mit 30.690 Euro trotz der guten Serienausstattung mit Automatik, LED-Licht, Navigationssystem und weiteren Details im Rahmen, aber alles andere als günstig. Mit der edlen Platinum-Ausstattung inklusiv beheizten Ledersitzen, Navigation und zahlreichen Fahrerassistenzsystemen liegt der Japaner bei 37.540 Euro.

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