Der Spritpreis ist so niedrig wie seit Jahren nicht. Da lohnt es sich doch glatt, in eine echte Spritschleuder zu investieren. Den Fahrzeugpreis in Höhe einer Eigentumswohnung oder auch eines Schlosses hat der solvente Autokunde doch bestimmt im Nu wieder ein-getankt. Und da die Normverbräuche von hybriden PS-Monstern auf dem Papier durchaus auf dem Niveau eines 150 PS starken Mittelklassewagens mit konventionellem Verbrennungsmotor liegen, dürfte die Rechnung doch sicherlich aufgehen.

Naja - nicht erst seit der VW-Affäre dürfte klar sein, dass Wunsch und Wirklichkeit nicht immer zusammenpassen. Doch das Argument der geringen Treibstoffpreise könnte tatsächlich greifen. Und da selbst der 420 Kilometer pro Stunde schnelle Bugatti Chiron mit seinem 2,86 Millionen Euro-Preis weniger als 20 Liter Benzin auf 100 Kilometern verbrauchen soll, steht einer Bestellung kaum etwas im Wege. Doch Obacht: Knapp 500 Exemplare sollen nur gebaut werden. Da heißt es schnell sein. Sein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verteilt die auf 1.600 Newtonmeter beschränkte Kraft sowie die Leistung von 1.500 PS, die er aus einem acht Liter großen Sechzehnzylinder-Mittelmotor herauskitzelt, an alle vier angetriebenen Räder. Nach weniger als 2,5 Sekunden fällt die Tempo 100-Marke, Tempo 200 ist nach weiteren vier Sekunden erreicht.

Wer jetzt meint, das diesjährige Genf-Pferdestärken-Limit wäre erreicht, der irrt. Mit 2.109 PS-Systemleistung greift der Hybrid-Supersportler Arash AF10 nach den Leistungssternen. Ein 900 PS starker Kompressor-V8 und vier Elektromotoren, von denen zwei an jeder Achse installiert sind, sorgen für mächtig Vortrieb. Das Besondere an dem in knapp drei Sekunden bis Tempo 100 und schneller als 320 Kilometer pro Stunde fahrenden Traum ist, dass sowohl ein Automatikgetriebe mit sechs Fahrstufen als auch ein manuelles Sechsganggetriebe zur Wahl stehen. Der Preis: über 1,4 Millionen Euro. Im Reigen der PS-Hybrid-Monster versucht der Techrules TREV aus China mitzuhalten. Das Turbinen-Lade-System für Elektrofahrzeuge, kurz TREV für Turbine-Recharging Electric Vehicle, soll fast 1.044 PS erzeugen und für mehr als 2.000 Kilometer Reichweite sorgen. Mit 1.088 PS fast ähnlich stark motorisiert ist der ausschließlich von vier Elektromotoren angetriebene Rimac Concept One. 2,6 Sekunden reichen ihm bis Tempo 100, nach weiteren 3,6 Sekunden sind 200 Sachen erreicht. Nach insgesamt 14,2 Sekunden fliegt die Tachonadel über die 300er-Markierung - bei 355 Sachen ist Schluss. Der Preis des 1.600 Newtonmeter starken Briten steht noch nicht fest. Nur acht Exemplare des Allradlers sollen gebaut werden.

Britische Sportler

Rund 20 Stück des Pagani Huayra BC könnten in Zukunft auf der Straße zu sehen sein - wenn sie nicht alle in schicken Wüsten-Garagen geparkt werden. 1.218 Kilogramm werden von einem sechs Liter großen V12-Biturbo mit knapp 800 PS nach vorn gepeitscht. Der BC ist rund 130 Kilogramm leichter und 70 PS stärker als sein BC-loser Bruder Huayra. Der vorn auf 20 und hinten auf 21-Zoll großen Rädern rollende Supersportler hat unter seiner Karosserie ein Monocoque aus Carbon- und Titanfaser verborgen. Seinen italienischen Konkurrenten Lamborghini Centenario LP770-4 anzupreisen, macht angesichts der Tatsache, dass alle 20 Coupes und 20 Cabrios des limitierten Sonderlings bereits vergriffen sind, eigentlich keinen Sinn. Doch gehört der 2,2 Millionen Euro teure und über 350 Kilometer pro Stunde schnelle Stier ohne Zweifel zu den Superstars des Genfer Automobilsalons. Dass er den Tempo 100-Sprint in 2,7 Sekunden schafft, dafür sorgt das 770 PS starke und 6,5 Liter große V12-Triebwerk des Allradlers.

Werden die beiden Begriffe Italien und Sportwagen genannt, darf Ferrari natürlich nicht fehlen. So fährt sich der viersitzige und allradangetriebene GTC4 Lusso aus Maranello mit seinen 690 PS in die Liste der Supersportwagen. 6,3 Liter Hubraum, zwölf Zylinder, 697 Newtonmeter bei 1.790 Kilogramm Lebendgewicht können sich sehen lassen. Nach 3,4 Sekunden liegt Landstraßentempo an, bei 335 Kilometer pro Stunde ist Schluss. Aus dem nahen Großbritannien rollen mit dem McLaren 570GT und dem 675 LT Spider gleich zwei Schönheiten nach Genf. Letzterer stiehlt mit seinem Preis in Höhe von knapp 400.000 Euro dem nur halb so teuren GT zumindest in finanzieller Hinsicht die Show. Allerdings erweist sich der 328 Kilometer pro Stunde schnelle GT dank seines zwar winzigen, aber immerhin vorhandenen Kofferraums hinter der Fahrerkabine als alltagstauglicher. Der 675 LT Spider ist, wie der Name verrät, 675 PS stark und auf 500 Einheiten limitiert. Auch von der Insel kommt der Jaguar F-Type SVR. Der sowohl als Cabrio als auch als Coupe erhältliche Brite holt 575 PS aus einem 5,0 Liter großen V8-Motor heraus. 3,7 Sekunden beträgt seine Sprintzeit und bei 322 Kilometer pro Stunde ist beim Coupe das Ende der Beschleunigung erreicht. Das Cabrio schafft 314 km/h. Dafür kostet das Coupe mit 138.400 Euro ganze 7.000 Euro weniger als das Cabrio.