| von Stefan Grundhoff

An sich hätte das Model S keine Modellpflege bekommen, sondern wäre von seiner zweiten Generation abgelöst werden. Die hat Tesla-CEO Elon Musk erst einmal gestrichen, um Geld für andere Modelle und neue Technologien zu sparen. So soll eine technische Überarbeitung dafür sorgen, dass das Model S der wachsenden Elektrokonkurrenz nicht hinterherfährt.

Das bisherige Performance-Modell ist beim Model S die neue Basisvariante. Zu einem Einstandspreis von 86.990 Euro gibt es Allradantrieb, 663 km Reichweite, 250 km/h Spitze und einen Imagespurt 0 auf 100 km/h in 3,2 Sekunden. Ledersitze, Soundsystem und Luftfederung sind ebenso serienmäßig wie ein neuer horizontaler Bildschirm und auf Wunsch ein offenes Lenkrad wie bei Knight Rider in seinem K.I.T.T. Die beiden Topmodelle Tesla Model S Plaid und Plaid Plus mit drei Elektromotoren kosten mindestens 116.990 bzw. 139.990 Euro und bieten mit 1.020/1.100 PS bis zu 837 km Reichweite und 322 km/h Höchstgeschwindigkeit. Aus dem Stand geht es spektakulären 2,1 Sekunden auf Tempo 100. Model S und Model X haben im Launch-Modus durch eine verfeinerte Motorsteuerung eine verbesserte Maximalleistung, was sich insbesondere bei der Beschleunigung bemerkbar macht. Ausgeliefert werden die überarbeiteten Model-S-Fahrzeuge im vierten Quartal 2021.

Das große Fahrerassistenzpaket mit "vollem Potenzial für autonomes Fahren", wie Tesla es verheißungsvoll nennt, kostet stattliche 7.500 Euro extra. Es soll bei allen Modellen die automatische Fahrt auf Autobahnen von der Ein- bis zur Ausfahrt einschließlich Autobahnkreuzungen und Überholen von langsameren Fahrzeugen ermöglichen. Zudem gibt es einen automatischen Spurwechsel auf der Autobahn, paralleles und rechtwinkliges Einparken sowie automatisches Parken und Herbeirufen des Fahrzeugs. In einem nächsten Schritt stellt Tesla automatisches Fahren innerorts in Aussicht und dass der eigene Tesla den Fahrer auf Parkplätzen findet und zu ihm fährt - automatisch. Ebenfalls neu: Im Fond ist nunmehr auch ein Entertainmentbildschirm verfügbar.

Autonomes Fahren?

Beim Volumenfahrzeug des Tesla Model 3 gab es Detailverbesserungen innen wie außen. Seitenleuchten, Türgriffe und Glanzelemente um die Fenster sind jetzt satinschwarz statt verchromt. Zudem lässt sich die elektrische Heckklappe per Knopfdruck über den Touchscreen oder die Tesla-App bedienen. Deutlicher sind die Änderungen im Inneren des Fahrzeugs: So verfügt das Model 3 nunmehr wie das Model Y über eine Wärmepumpe, um die Effizienz bei kalten Temperaturen zu verbessern. Für die rechte Optik sorgen im Innern ein mattschwarzes Finish anstelle des glänzenden Pianolacks, satinschwarze Einstiegsleisten, graphitfarbene Sitzbedienelemente und Metallräder am Lenkrad. Die Mittelkonsole wurde neu gestaltet und verfügt nach der Überarbeitung über eine induktive Ladematte für zwei Smartphones. Das Ablagefach wurde wie bei den Modellen S und X mit einem Schiebedeckel versehen. Außerdem gibt es für Speichergeräte des Wächtermodus sowie der Dash-Cam-Aufnahmen einen zusätzlichen USB-A-Anschluss im Handschuhfach.

Bereits seit Oktober vergangenen Jahren wurde einige technische Neuerungen per Datentransfer (over the Air) in die Autos gebracht. So kann die Fahrzeugbatterie der Tesla-Modelle und auch der Innenraum automatisch vorgewärmt werden, auch wenn der Wagen nicht ans Stromnetz angeschlossen ist. Besonders wichtig dürften den Kunden einige Verbesserungen bei der Medienwiedergabe sein, die sich bei dem Musikdienst Spotify und Verbesserungen der Mediensuche widerspiegeln. Das Handschuhfach kann mit einer vierstelligen PIN gegen Zugriffe gesichert werden. Und wenn es im Auto einmal langweilig werden sollte oder man die PIN des Handschuhfachs vergessen hat, sorgen drei neue Spiele auf dem Großbildschirm für Unterhaltung.

Parallel zur Modellpflege hat Tesla seine Marktpräsenz in Europa vergrößert. Im Oktober wurde das Online-Designstudio in Kroatien eröffnet, wo Kunden ein Model S, Model X oder Model 3 konfigurieren und bestellen können. Erste Tesla-Modelle wurden in die neuen Märkte ausgeliefert, wozu die Tschechische Republik, Slowenien, Griechenland, Polen und Kroatien gehören. Weitere sind für 2021 in Planung.

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