| von Stefan Grundhoff

Einen Unterschied zu seinem leistungsstärkeren Bruder sieht man nicht einmal auf den zweiten Blick. Der Toyota Supra ist einfach ein Hingucker, der viele Sportwagenfans die Brauen hochziehen lässt. Ja - das ist ein Toyota. Der Supra hat eine lange Tradition und es wurde Zeit, dass die Japaner diese wieder aufleben lassen. Dabei bediente man sich einer überaus engen Kooperation mit BMW, denn da Akio Toyoda und Norbert Reithofer sich seinerzeit so gut verstanden, tat man sich zusammen, weil die erwarteten Stückzahlen von Toyota Supra und BMW Z4 für sich genommen zu klein für ein Ertragsmodell sein sollten. Jetzt macht Toyota mit dem Supra das schneidige Coupé, während sich BMW auf den Roadster mit Stoffdach kaprizierte.

Plattform, Motor, Getriebe, Achsen und Teile der Innenausstattung stammen von BMW. Optisch ist der Toyota Supra aber vollends ein Toyota und die Übernahmeteile des Z4 stehen dem Japaner eher gut, als dass sie stören würden. Einzig die Instrumente und der zentrale Navigationsbildschirm könnten größer und übersichtlicher sein. Die Sitze sind bequem und selbst für groß gewachsene Fahrer gibt es dank Beulen im Dach genügend Platz.

Nachdem der Supra seine Premiere mit dem dauer-prächtigen Reihensechszylinder und spektakulär drehenden 340 PS feierte, kommt jetzt die Basisversion. Dabei ist der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder zwar nicht ganz so grandios wie der Sechser, aber allemal eine echte Glanzbesetzung. 190 kW / 258 PS und ein maximales Drehmoment von stattlichen 400 Nm, das ab niedrigen 1.550 U/min die maximal zwei Insassen in Verzückung bringt, sorgen für allerhand Tatendrang. Dabei ist der 1.470 Kilogramm schwere Nippon-Bayer aus dem Stand in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 und wird ebenfalls bei 250 km/h abgeriegelt. Die Kombination mit der serienmäßigen Achtgang-Automatik ist vorbildlich und gerade im Sportmodus bissig und scharf. Das gilt auch für den Klang, der einem nicht vorgaukelt, sechs oder gar acht Brennkammern in sich zu tragen, sondern sein Zylinderquartett überaus selbstbewusst herauskehrt.

Fairer Preis

Bereits im Normalmodus ist der Supra ein echter Sportwagen, der mit einer straffen Abstimmung und einem feurigen Vierzylinder beglückt. Im Sportmodus wird das Ganze eine Ecke bissiger und gerade das Heck wird wilder, wenn man es auf der Landstraße in engen Kehren leicht auskeilen lässt. Dazu schraubt der aufgeladene Vierzylinder seinen Klangteppich deutlich nach oben und verzückt den Fahrer auch akustisch, wenn er den Sportler rannimmt. Die Rückmeldung von der Lenkung ist angenehm direkt, aber nicht zu spitz. Gleiches gilt für die Bremsanlage, die die Bewegungsenergie des Coupés in Abwärme und Bremsbackenverschleiß ummünzt. Das Paket des Toyota Supra passt einfach - gerade auch mit dem zwei Liter großen Vierzylinder, der immerhin noch knapp hundert Kilogramm an Gewicht einspart.

Das gilt ganz nebenbei auch für den Preis. Während der Toyota Supra mit dem 340 PS starken Dreiliter-Reihentriebwerk für 62.900 Euro allemal eine Ansage ist, dürfte der kleine Bruder mit 258 PS für 48.900 Euro für den ein oder anderen eine Versuchung sein, auch wenn es hier 18-Zöller und eine schmalere Basisausstattung sein müssen.

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