• Unimog S Baureihe 404 - hier ein Fahrzeug der Schweizer Armee. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - hier ein Fahrzeug der Schweizer Armee. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - im Gelände nicht zu stoppen. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - im Gelände nicht zu stoppen. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - die Plane lässt sich abnehmen. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - die Plane lässt sich abnehmen. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - mit dem typischen Ovalgrill. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - mit dem typischen Ovalgrill. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - die Mittelkonsole. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - die Mittelkonsole. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - die Vorderachse lässt sich zuschalten. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - die Vorderachse lässt sich zuschalten. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - auch das Führerhaus lässt sich flach machen. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - auch das Führerhaus lässt sich flach machen. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - bis zu 95 km/h schnell. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - bis zu 95 km/h schnell. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - der Führerstand. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - der Führerstand. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - mit 2,90 Metern Radstand. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - mit 2,90 Metern Radstand. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - Geländereifen. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - Geländereifen. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404 - auch in Krisengebieten zuhause. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404 - auch in Krisengebieten zuhause. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404. Bild: D. Seufert / press-inform

  • Unimog S Baureihe 404. Bild: D. Seufert / press-inform

    Unimog S Baureihe 404. Bild: D. Seufert / press-inform

Wer an einen Unimog denkt, dem kommt unweigerlich der Unimog S der Baureihe 404 in den Sinn. Der ovale Kühlergrill, die beiden geradezu niedlichen Rundscheinwerfer, ein betont langer Radstand von 2,90 bzw. 2,70 Metern und betont kurze Überhänge - kein Wunder, dass der 404er sich in die Herzen vieler internationaler Streitkräfte fuhr. Zwischen 1955 und Anfang der 80er Jahre griffen viele Armeeverantwortliche zu, denn mit seinem Allradantrieb, viel Bodenfreiheit und den zusätzlichen Sperren an Vorder- und Hinterachse gibt es abseits befestigter Pisten kein Halten.

Als eine der ersten Armee verguckten sich hügelreichen Schweizer in den späten 50er Jahren in das schwäbische Allzweckmesser auf vier Rädern und orderten erste Fahrzeuge. Andere Armeen, darunter auch die deutsche Bundeswehr und das österreichische Bundesheer kamen in den 60ern ebenso auf den Geschmack des vielfältig einsetzbaren Geländelasters wie Katastrophenschutz, Feuerwehren oder Rettungsdienste. Es sprach sich schnell herum, dass die Baureihe 404 auch im härtesten Gelände nicht zu stoppen war. Allein zur Bundeswehr gingen bis 1980 insgesamt 36.000 Fahrzeuge; mehr als Hälfte der Gesamtproduktion von über 65.000 Stück. Wenn es eng wird, krabbelt der 2,9 Tonnen schwere Lastesel Berge hoch, die sonst allenfalls Traktoren erklimmen können oder wuselt sich durch Sand, Wasser oder Schlamm.

Sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge holen aus dem 2,2 Liter großen Sechszylinder-Benziner der Baureihe M 180 mit seinen 60 kW / 82 PS und 143 Nm maximalem Drehmoment das beste heraus. Das Triebwerk ist solide, langlebig und leicht zu reparieren. Auf der Autobahn schafft der olivgrüne Koloss mit seinem niedrig verdichteten Doppelvergaser beinahe Tempo 100; genug für die Überlandpassage zum nächsten Manöver oder den nächsten Einsatz im Krisengebiet. Anfang der 70er Jahre wuchs der Hubraum des Sechszylinders (Baureihe M 130 mit zwei Doppelvergasern) auf 2,8 Liter und die Leistung auf 81 kW / 110 PS.

Trotz seiner Gesamtlänge von 4,60 bis 5,03 Metern lässt sich der Allradler auch im härtesten Gelände problemlos manövrieren - vorausgesetzt man ist es gewohnt ohne Servounterstützung unterwegs zu sein. Denn im Stand oder bei langsamer Fahrt drücken die beinahe drei Tonnen Leergewicht spürbar auf die Vorderachse mit ihren mächtigen Geländereifen im Format 10.0-20. Das weiche Geläuf erschwert die Richtungsänderungen ebenso wie die überraschend flache Sitzposition. Denn auf den flachen Stühlen liegt man im Fahrerhaus mehr als dass man aufrecht sitzt. Von den fehlenden Langstreckenqualitäten wissen zehntausende von Wehrpflichtigen ein Lied zu singen. Der Verstellbereich der beiden Sitzgelegenheiten ist dabei ebenso überschaubar wie das Platzangebot in den beiden schmalen Nischen für Fahrer und Beifahrer.

Das spindeldürre Dreispeichen-Lenkrad passt perfekt in den 50er-Jahre-LKW-Charme, den fünf kleinen Runduhren und die Drehschalter auf dem Armaturenbrett verbreiten. Allradantrieb und Sperren werden wie beim Ur-Unimog der Baureihe 401 über grobschlächtige Hebel auf dem Mitteltunnel zugeschaltet. Die Übersichtlichkeit im unwegsamen Terrain ist prächtig, denn der 404er endet genau dort, wo der Blick endet. Vor der leicht rundlichen Motorhaube helfen Unkundigen Rangierstandarten mit weißen Peilkugeln auf der Spitze. Wenn die Kugeln anfangen zu wackeln, geht der Fahrweg aus. Dann helfen auch die Portalachsen nicht mehr.

Typisch für die Schweizer Armee sind die wichtigsten Schalter in der Armaturentafel zweisprachig, in deutsch und französisch, beschriftet. Schließlich sollte es zu Krisenzeiten im Fall der Fälle nicht zu ungewollten Fehlbedienungen kommen. So steht unter dem Fahrschalter das französische Pendant Allumage oder unter Anlasser schlicht übersetzt Démarreur - auch das waren die 60er und 70er Jahre. Nicht nur der Aufbau der 404er-Ladefläche lässt sich abbauen, sondern auch der Führerstand verliert mit zahllosen Handgriffen seinen beschützendes Planendach.

Wenn es für die Verladung im Fluggerät noch flacher sein muss, lässt sich auch die Frontscheibe nach vorne klappen und er Unimog S 404 wird zur variablen Offroad-Flunder. Aufgrund der breiten Einsatzgebiete beim den verschiedensten Streitkräften und Organisationen ist das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt überaus umfangreich. Fahrzeuge mit überschaubaren Laufleistungen von unter 50.000 Kilometern gibt es bereits ab 5.000 Euro. Viele Fahrzeuge wurden auf 3,5 Tonnen abgelastet. Im Normalfall liegt das Gesamtgewicht bei 5,5 Tonnen.