| von Wolfgang Gomoll

Wenn man Opel-Manager auf die stringente Gleichteilestrategie der französischen Mutter PSA anspricht, verweisen die sofort auf den großen Konkurrenten und dessen Vielmarken-Imperium. Allerdings hat der VW-Konzern - um das Kind beim Namen zu nennen - schon eine längere Erfahrung, wie man Autos, die sich die Technik teilen, positioniert, um Kannibalisierungseffekte möglichst gering zu halten. Wir haben uns die beiden Plug-in-Hybrid-SUV Peugeot 3008 Hybrid4 und Opel Grandland X Hybrid4 genau angeschaut.

Design: Apropos anschauen - die Front samt freundlich lachendem Kühlergrill und die Motorhaube verraten die enge Verwandtschaft der beiden Kontrahenten. Da helfen auch die unterschiedlichen Tageslichtsignaturen und Scheinwerfer nicht viel. Beim Heck sind die Unterschiede dann schon deutlicher, was vor allem an den Leuchten liegt. Trotzdem sind die Gemeinsamkeiten augenfällig, vor allem wenn man in das Datenblatt schaut: Beide Crossover sind exakt 4,447 Meter lang. Aussehen ist Geschmacksache und auch bei den Abmessungen liegen der Peugeot und der Opel sehr nahe beisammen, sodass es hier keinen Sieger gibt: 1:1.

Innenraum: Im Interieur sind die Unterschiede zwischen den beiden Wagen schon offensichtlicher, auch wenn beide auf einen acht Zoll großen Touchscreen und die dazugehörigen Tasten als zentrales Element des Infotainments daruntersetzen. Bei den Instrumenten macht der Peugeot 3008 Hybrid4 einen moderneren, frischeren Eindruck als der Opel Grandland. Das liegt vor allem am virtuellen 12,3 Zoll großen virtuellen Cockpit des Franzosen. Die höhere Anordnung der Anzeigen und das damit verbundene tief liegende Lenkrad sind gewöhnungsbedürftig, aber schon nach kurzer Zeit kein Thema mehr. Die Tatsache, dass auch der Peugeot die guten AGR-Sitze anbietet, beraubt den Opel eines Trumpfs. Deswegen geht der Peugeot hier in Führung: 2:1.

Marginale Unterschiede bei den Fahrmodi

Platz: Wie bereits erwähnt schenken sich die beiden Kontrahenten in der Länge nichts. Damit ist eigentlich schon klar, dass es im Innenraum wenige bis gar keine Unterschiede gibt, zumal auch die AGR-Sitze in beiden Fahrzeugen verbaut sind. Allerdings geht es im Peugeot einen Schuss enger zu und die Lenkradsäule ist zu kurz. Die Volumenunterschiede Beim Kofferraum (Peugeot 395, bei umgeklappter Rücksitzbank 1.357 Liter, Opel 390 bis 1.528 Liter) liegen auch in den Angaben der Hersteller begründet: Während Opel ISO 3832 anwendet, um den Wert zu ermitteln, ist es bei Peugeot die VDA-Messmethode. Allerdings ist die Ladekante beim Opel recht hoch. Trotzdem punktet der elektrifizierte Grandland X zum Ausgleich: 2:2.

Fahren: Die beiden Konzernverwandten teilen sich die Architektur, also befinden sich in beiden Autos zwei Elektromotoren - einer mit 81 kW / 110 PS, die in der Achtgangautomatik integriert ist und einer mit 83 kW / 113 PS direkt an der Hinterachse sowie einen 1,6-Liter-Turbo-Benziner, der 147 kW / 200 PS beiträgt. Das ergibt eine Systemleistung von 221 kW / 300 PS - untermotorisiert ist man mit diesen beiden Fahrzeugen sicher nicht. Ganz im Gegenteil, wenn man beiden freien Lauf lässt, ist man durchaus flott unterwegs. Die Elektrokraft kommt aus einer Batterie mit einer Kapazität von 13,2 Kilowattstunden. Beim Peugeot beträgt die elektrische Reichweite maximal 59 Kilometer (WLTP) beziehungsweise 67 km (NEFZ), beim Opel sind es 59 km (WLTP) / 69 km (NEFZ). Also auch da wieder Gleichstand. Den elektrischen Verbrauch gibt Peugeot mit 15,6 Kilowattstunden pro 100 Kilometern an und Opel mit 15,9 kWh/100 km. Unsere Testfahrten bestätigten den Eindruck, dass sich der Peugeot 3008 mit dem Durst etwas mehr zurückhält als der Opel. Auch sonst sind die Unterschiede bei den Fahrmodi marginal: Die Batterie wird so konditioniert, dass der Allradantrieb, der durch die Elektro-Hinterachse realisiert wird, in einer brenzligen Situation zur Verfügung steht. Komfortabel gefedert sind sie beide, was zu Wankbewegungen in Kurven führt. Der Franzose geht wieder in Führung: 3:2.

Peugeot hat knapp die Nase vorne

Laden: Hier bekleckern sich beide nicht mit Ruhm, da sie nur einen einphasigen 3,7-kW-Onboardlader verbaut haben. Wer mit 7,4 kW Strom tanken will, muss bei beiden Modellen Aufpreis bezahlen. An der haushaltsüblichen Steckdose dauert es rund sieben Stunden, ehe die Batterie wieder voll ist und an der 22-kW-Wallbox mit dem optionalen Lader im besten Fall knapp zwei Stunden. Keiner kann sich einen Vorteil verschaffen, also bleibt der Peugeot 3008 Hybrid4 knapp vorne: 4:3.

Preis: Hier vergleichen wir zunächst den Grundpreis. Den Opel Grandland X Hybrid 4 gibt es in der "Innovation" Ausstattungslinie für aktuell 49.875,13 Euro, der Peugeot 3008 Hybrid4 kostet in der "Allure"-Version momentan 48.203,36 Euro. Wie zu erwarten bieten beide eine sehr ähnliche Ausstattung, darunter einen Toter-Winkelwarner und eine Klimaautomatik. Beim Peugeot kommt noch das 12,3 Zoll große virtuelle Cockpit hinzu. Also überquert der günstigere Peugeot die Ziellinie als Erster: 5:3.

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