| von Stefan Grundhoff

Ganz neu ist die Idee mit einem Cabrio-Geländewagen oder besser einem Oben-ohne Crossover nicht. Gerade in den USA versuchten sich Marken wie Ford und General Motors mit Modellen wie dem Ford Bronco, International Scout oder einem Chevrolet Blazer seit den 1970er Jahren immer wieder mit geländegängigen Sport-Utility-Modellen, deren Dach sich zumeist manuell herunterklappen ließ. In Europa gab es diesen Trend mit rustikalen Modellen wie der Mercedes G-Klasse, dem Land Rover Defender oder dem offenen Luxus-SUV von Monteverdi ebenfalls - der minimale Erfolg war der gleiche. Das änderte sich auch nicht, als Nissan vor wenigen Jahren in den USA eine offene Version seines ansonsten überaus erfolgreichen Murano auflegte. Optisch war das Modell mit dem elektrischen Stoffdach alles andere als eine Augenweide - die Nachfrage entsprechend und auch wenn Jaguar Land Rover es mit seinem Evoque Cabrio vor drei Jahren stimmiger machte - die Nachfrage blieb winzig.

Da drängt sich die Frage auf, wieso Volkswagen es nun mit einem offenen Bruder des überaus erfolgreichen T-Roc versucht. Ein offenes Modell, nachdem seitens der SUV-geneigten Kunden niemand gerufen hat und dessen Nachfrage kaum ausreichen dürfte, das siechende Segment der bezahlbaren Cabriolets wiederzubeleben. Volkswagen will mit dem T-Roc Cabrio die eigene Marke ebenso weiter emotionalisieren, wie man dies mit dem T-Roc R und weiteren Modellen aus dem gigantischen SUV-Portfolio versucht.

Technisch ist das 4,27 Meter lange T-Roc Cabriolet ein zweitüriges Schwestermodell mit Platz für vier Personen und einem vollelektrischen Stoffdach, das sich bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h in neun Sekunden öffnen wie schließen lässt. Die Dachkonstruktion erinnert dabei an die des mittlerweile ausgelaufenen Golf Cabrios, denn das Stoffdach faltet sich hinter den hinteren beiden Sitzen auf dem offenen Verdeckkasten zusammen, sodass nur eine kleine Heckklappe übrig bleibt, die sich nach oben öffnet. Wem der Laderaum mit seinen überschaubaren 284 Litern zu klein ist, kann die Rückbank getrennt umlegen und so auch größere Gegenstände einladen.

Das Motorenangebot des VW T-Roc Cabrio ist dünn. So ist neben dem ein Liter großen Dreizylinder-Benziner mit überschaubaren 85 kW / 115 PS nur noch ein 1,5 Liter großer Vierzylinderbenziner mit 110 kW / 150 PS im Angebot. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe, während der sonst verfügbare Allradantrieb außen vor bliebt. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich der offene T-Roc besser verkaufen kann als seine Cabriovorgänger wie VW Golf oder Beetle. Seine offizielle Weltpremiere feiert er auf dem Frankfurter IAA im kommenden Monat.