Der neue Audi Q6 e-tron, auch C-BEV genannt, kommt etwa Mitte 2018.

Der neue Audi Q6 e-tron, auch C-BEV genannt, kommt etwa Mitte 2018. Bild: Audi

„Wir halten ja heute keine Fertigung mehr an, reißen die Anlage raus und bauen eine neue auf“, erklärte Produktionsvorstand Hubert Waltl gegenüber AUTOMOBIL PRODUKTION. „Sondern wir machen das inzwischen begleitend zur aktiven Produktion. Inzwischen werden alle Werksferien schon Jahre im Voraus geplant. Ebenso die Vorbereitungsarbeiten der Software-Experten, die meist von Samstagmittag bis Sonntagabend schon mal neue Software auf Maschinen und Roboter aufspielen. „Da wird um jeden Tag gerungen und ich muss oft den Schiedsrichter zwischen Planung und Fertigung spielen“, schmunzelte Waltl.

Die Einrüstung eines neuen Modells beginnt mindestens zwei Jahre vor Produktionsstart – und dies in der laufenden Fertigung. Die Rochade der beiden Audi Modelle A1 und Q3 ist ist für Mitte 2018 geplant. Deshalb arbeiten die Audianer in Brüssel, Martorell und Györ bereits mit Hochdruck daran.

Batteriezellen im Unterbodenmodul

In Brüssel wird zudem eine komplett neue Batteriemontage etabliert, so Waltl. Der Q6 e-tron bekommt ein Batterie-Unterbodenmodul, damit er – in Kombination mit drei Elektromotoren - die angekündigte Reichweite von 500 Kilometern erzielt. Der belgische Standort wird damit zum Schlüsselwerk für den Audi‑Konzern.

Im Zuge der Produktionsrochade hebt der künftige Audi A1 direkte Synergien mit dem Seat Ibiza im Seat‑Werk in Martorell, sowie mit dem VW Polo, der – noch? – im spanischen VW-Werk Navarra (Pamplona) produziert wird. Ob die Produktion in Martorell allerdings alle drei Fahrzeuge stemmen könnte, ist mit einem Fragezeichen versehen. Das Audi Werk in Győr übernimmt die Produktion des bisher in Spanien bei Seat produzierten Audi Q3. In Györ, so Produktionschef Waltl, „rüsten wir gerade einen neuen Karosseriebau für den Q3 ein“. Der neue Q3 wird noch auf dem aktuellen MQB basieren.

Batteriezellenmodul erhält Pouch-Zellen

Der intern unter „C-BEV“ geführte SUV bekommt einen Batteriekasten, der mit Pouch-Zellen dicht bestückt wird, sowie einer Kühlung, verrät Waltl. „Der Batteriekasten des C-BEV ist ausschließlich mit Pouchzellen bestückt, weil wir die von der Dichte her enger packen können. Bei einer Rundzelle gibt es ja immer Platzverluste zwischen den Zellen“.

Der Audi-Batteriekasten hat nach Waltls Aussagen eine ganz neue Dimension, „damit wir auf die 500 Kilometer Reichweite kommen. Im Prinzip ist der komplette Unterboden mit Lithium-Ionen-Batterien bestückt“. Audi kauft die Zellen dafür bei Samsung und LG ein.

Brüssel bleibt allein auf Audi-Modelle ausgelegt und die finale Montage aller Komponenten vor Ort, „sonst wäre es von der Logistik ziemlich schwierig“. Würde man den Batteriekasten woanders bestücken, wäre dies zum einen ein ziemlich hohes Gewicht und zum anderen ein Gefahrentransport, bestätigt Audi.