Peking ist in den kommenden Tagen im Fokus der internationalen Autowelt. Die Auto China, wie die große Automobilausstellung in Peking genannt wird, hält Hof und mit ihr auch alle namhaften Hersteller. Traditionell präsentiert der Volkswagenkonzern seine Neuheiten; auch in unverändert schweren Zeiten nett verpackt in Marketing-Weisheiten und Durchhalteparolen. Mit An- und Abfahrt durch die überfüllten Straßen von Peking beansprucht so eine VW Media Night schnell ein paar Stunden. Hätte ein neutraler Betrachter in diesem Jahr die Dauer der tatsächlichen Neuheiten und spannender Informationen mitgestoppt, hätten wenige Minuten gereicht.

Der erste große Auftritt des Abends erfolgte durch eine aufgezeichnete Nachricht des Konzern-Chefs Matthias Müller. Mit den Worten "Ich wünschte, ich könnte heute bei Ihnen in Peking sein", eröffnete der aktuell an andere Dinge als an eine Messe denkende Matthias Müller seine Rede. Gefolgt von den zu erwartenden Sätzen wie "China bedeutet sehr viel für uns - auch für mich persönlich", "Seit mehr als 30 Jahren…", "Wir müssen aus Fehlern lernen…". Stopp! Da war er, der erste Satz zur aktuellen Situation. Und weiter "Den Mutigen gehört die Zukunft". Ende. Na gut, wenn schon nicht der gestresste Konzern-Lenker die aktuellen Probleme darlegt, wird es doch bestimmt sein China-Chef Jochem Heizmann nachholen. "China bedeutet sehr viel für uns - auch für mich persönlich". Ja, die Sätze ähnelten sich, zurückhaltend ausgedrückt, ausgesprochen stark. Einzig am Ende seiner Rede wird ein kleiner Nebensatz zum derzeit alles bewegenden Dieselproblem gesagt, in dem von einer technischen Lösung die Rede ist, welche aber erst noch von China abgesegnet werden müsse. Nicht mehr und nicht weniger.

Nach dem VW-China-Chef rollen endlich die ersten beiden automobilen Teilnehmer des Abends auf die Bühne. Der bereits aus Genf bekannte Phideon und das chinesische Top-Verkaufs-Modell, aber zugleich für Europa uninteressante, Magotan. Jochem Heizmann verrät nebenbei die chinesische Bedeutung des Wortes Phideon: Ruhmreich und stolz. Na dann. Weitere Neuheiten des Abends: der ebenfalls aus Genf bekannte Skoda Vision S, einem Plug-In-Hybriden im schicken SUV-Kleid. Ihm folgen ein in der Länge getreckter und sich dadurch für den chinesischen Markt anbietender Bentley Mulsanne EWB, sowie der Porsche 718 Cayman S.  Bleibt also nichts anderes übrig, als auf die Messe selbst zu hoffen, auf der dann auch der VW T-Prime Concept GTE und der heiße Audi TT RS zu sehen sein werden.