Die Proportionen des neuen VW Touareg bleiben weitgehend gleich, dazu gibt es rund acht Zentimeter Längenzuwachs und noch einmal die Hälfte in der Breite. Auch wenn man es hinter den wirren Tarnfolien so recht kaum erkennen kann: die neue Generation ist mit ihren 4,88 Metern Gesamtlänge gewachsen. Dazu gibt es mehr Platz im Innern, insbesondere in der zweiten Reihe und dann gleich noch 100 Liter mehr Laderaum. Die Volkswagen-Verantwortlichen waren sich wohl sehr bewusst, dass sie hier ein neues Topmodell für die zuletzt so gescholtene Massenmarke kreierten. Von außen präsentiert er sich solide – von innen gibt es einen echten Sprung. Unter den Tarndecken verbergen sich nicht nur schmuck animierte Instrumente, sondern insbesondere ein 15-Zoll-Großbildschirm in der Mitte des Armaturenbretts, der die visuellen Bedienspielwiesen von Audi, BMW und Mercedes wie kleine Hutzenfensterchen erscheinen lässt.

Zusammen mit den animierten Instrumenten hinter dem griffigen, aber allzu blassen Lenkrad bietet der neue Touareg in Sachen Bedienung das, was gerne hätten. Schade drum, dass die Kombination aus animiertem Cockpit und Großbildschirm nur in der Aufpreisliste zu finden sein wird. Serienmäßig gibt es mit Analogrunduhren und 9,2-Zoll-Navigationsdiagonale schmucke, aber alles andere als innovative Hausmannkost. Dabei haben sich Designer und Entwickler alle Mühe gegeben, den Touareg der nächsten Generation ins Premiumsegment aufsteigen zu lassen. Sein Platzangebot ist bei dem 4,88 Meter langen SUV angemessen, während einen Sitze mit Massage- und Klimafunktion nicht nur auf Langstrecken verwöhnen. Dazu gibt es ein angenehm geringes Geräuschniveau, nach Sonnenuntergang schmucke Lichtinstallationen in Armaturenbrett und Türen sowie wertige Materialien allenthalben.

Doch der neue VW Touareg punktet was den Komfort angeht, nicht allein im Innenraum. Aus dem Fahrwerksbereich bietet der Koloss aus Bratislava ein ganzes Sammelsurium an Möglichkeiten. Neben dem Standardfahrwerk gibt es auf Wunsch die empfehlenswerte Luftfederung, sowie als Ergänzung technologische Dreingaben wie eine besonders schnell ansprechende 48-Volt-Wankstabilisierung und die Allradlenkung, die ihn deutlich agiler, da flinker macht. Zudem hat der neue Touareg rund 100 Kilogramm abgespeckt. Ordert der Kunde das komplette Dynamikpaket, verdoppelt sich die gefühlte Gewichtsreduktion für den Piloten nahezu. Die Symbiose der technischen Finessen macht den zwei Tonnen schweren Touareg beinahe so dynamisch wie den BMW X5, der unverändert den Maßstab im Segment setzt. In schnell gefahrenen Kurven wankt nicht viel, die Lenkung dreht sich präzise, aber nicht zu bissig und die Bodenunebenheiten schnupft der Koloss aus Bratislava einfach so weg. Das maximale Zuggewicht: 3,5 Tonnen. Das strahlt der Wochenend-Freund von Boot und Pferd.

Dass der Touareg ein echtes Premiumfahrzeug sein will, zeigt sich nicht zuletzt bei den Antrieben, denn kleine Vierzylinder bleiben außen vor: Zum Marktstart Mitte des Jahres richtet es allein der bekannte Dreiliter-V6-Diesel, der als zentraler Dreh- und Angelpunkt im Modellprogramm 210 kW / 286 PS und 600 Nm maximales Drehmoment leistet und den Allradler damit standesgemäß, aber nicht sportlich bewegt. Wer mit weniger zufrieden sein will, entscheidet sich für den kleinen V6-Bruder mit 241 PS. Besser erscheint in dieser Fahrzeugklasse der V8 Diesel, der sich in Bentley Bentayga und Audi S Q7 mit seinen 435 PS und 900 Nm so prächtig schlägt. Benzinmotoren wie der 340 PS starke V6-Turbo dürften in unseren Breiten keine nennenswerte Rolle spielen und eine noch sportliche R-Version, um gegen BMW X5 M oder Mercedes AMG GLE anzutreten, ist erst einmal nicht in Planung. Vielmehr will VW mit dem dann nach der neuen WLTP-Maßgabe homologierten V6-Touareg der sparsamste aller Luxus-SUV werden. Dafür müsste sich sein Normverbrauch bei unter sieben Litern Diesel einpendeln.