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Frankreich darf den bereits im vergangenen Jahr durch den Rücktritt von Konzernchef Carlos Ghosn in Schwierigkeiten geratenen Autobauer Renault mit einer Garantie für Kredite unterstützen. Die EU-Kommision billigte diese Maßnahme. Bild: Renault

| von Roswitha Maier

Vizepräsidentin Margrethe Vestager verwies auf die Bedeutung des europäischen Autoherstellers mit mehr als 73.000 Beschäftigten. Renault sei an der Entwicklung von Elektroautos beteiligt, die für die europäischen Klimaziele wichtig seien.

Die Garantie soll nach Angaben der Kommission bis zu 90 Prozent der Kreditsumme abdecken. Nach Prüfung der Behörde ist sie im Einklang mit den derzeit wegen der Krise gelockerten Beihilferegeln. Die Kreditgarantie sei nötig, damit Renault bei Banken Zugang zur notwendigen Liquidität bekomme, erklärte die Brüsseler Behörde.

Renault ist in der Krise schwer getroffen. Fast die gesamte Produktion und ein Großteil des Verkaufs musste nach Angaben der Kommission gestoppt werden, 90 Prozent der Mitarbeiter seien in Kurzarbeit. Konzernchef Jean-Dominique Senard hatte Anfang April bestätigt, dass Renault staatlich garantierte Kredite in Anspruch nehmen wolle. Die Dividendenzahlung für 2019 ist bereits ausgesetzt. Topmanager verzichten auf einen Teil des Gehalts.

Bei Renault hat der französische Staat mit einem Anteil von 15 Prozent eine starke Stellung. Das Unternehmen war schon im vergangenen Jahr nach dem Rücktritt von Konzernchef Carlos Ghosn in eine Krise geraten.