Renault Servicezentrum

Der französische Autobauer Renault mit Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris ist wie Konkurrenten auch stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Bild: Renault

| von Roswitha Maier

Präsident Jean-Dominique Senard sagte dem französischen Sender RTL auf die Frage, ob dabei die Summe von vier bis fünf Milliarden Euro erreicht werde: "Das könnte in dieser Größenordnung sein."

Das Szenario einer vorübergehenden Nationalisierung werde hingegen derzeit nicht ins Auge gefasst. "Wir werden nicht die Finanzen des Staates belasten", sagte Senard. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatte in der Krise Nationalisierungen nicht ausgeschlossen, um wichtige Konzerne zu retten.

Der Hersteller hatte am Donnerstagabend angekündigt, dass er seinen Aktionären für 2019 keine Dividende zahlen wolle. Der Verwaltungsrat werde das auf der Hauptversammlung im Juni vorschlagen. Senard und Interimschefin Clotilde Delbos seien zudem einverstanden, dass ihre Bezahlung im zweiten Vierteljahr um mindestens ein Viertel gekürzt werde.

Der Hersteller mit Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris ist wie Konkurrenten auch stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Das Traditionsunternehmen war im vergangenen Jahr nach dem Rücktritt von Konzernchef Carlos Ghosn in eine Krise geraten und schrieb rote Zahlen. Erschüttert wurde auch die Autoallianz mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi. Bei Renault hat der französische Staat mit einem Anteil von 15 Prozent eine starke Stellung.

Senard sagte, bei der Wiedereröffnung von geschlossenen Werken in Frankreich gehe die Sicherheit der Mitarbeiter vor. In Portugal habe eine Fabrik für mechanische Teile bereits am Donnerstag wieder geöffnet. Der Renault-Präsident legte sich nicht darauf fest, ob Renault wegen der Absatzkrise dauerhaft Werke schließen könnte: "Das ist heute nicht das Thema. (...) Das sehen wir später", sagte der frühere Chef des französischen Reifenherstellers Michelin.