Tesla-Stammwerk-Kalifornien

Tesla-Chef Elon Musk hat die Coronavirus-Gefahr von Anfang an heruntergespielt und gegen die Ausgehbeschränkungen in Kalifornien heftig gewettert. Musk drohte damit, den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers von Kalifornien zum Beispiel nach Texas oder Nevada zu verlegen. Bild. Tesla

| von Roswitha Maier

Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Coronavirus-Eindämmung aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion ungerechtfertigterweise verhinderten.

Tesla-Chef Elon Musk hatte damals auch angekündigt, das Werk in einem Verstoß gegen die Vorschriften einfach wieder zu öffnen. Inzwischen erlaubte das Gesundheitsamt im Alameda County, dass Tesla das Hochfahren des Werks diese Woche vorbereiten und dafür auch mehr Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz holen darf. Unklar ist bisher, wie viele der rund 10.000 Beschäftigten wieder in die Fabrik kommen. Tesla bekam vor einigen Tagen auch Besuch von der örtlichen Polizei, die die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen wie der Nutzung von Masken überprüfte.

Tesla kündigte unterdessen dem Finanzdienst Bloomberg zufolge in einer E-Mail an die Mitarbeiter an, dass ab Freitag die generelle Anwesenheitspflicht wieder gelten solle. Beschäftigte, die aus Angst vor der Ansteckungsgefahr nicht zur Arbeit gehen wollen, dürfen demnach unbezahlten Urlaub bis Ende Mai nehmen. Mitarbeiter, die vom Arzt in Quaratäne geschickt wurden oder Covid-19-Symptome hätten, seien von der Anwesenheitspflicht ausgenommen, hieß es.

Kalifornien erlaubt insgesamt eine vorsichtige Öffnung von Betrieben. Im Alameda County, einem Bezirk in der Nähe von San Francisco, in dem das Tesla-Werk in Fremont liegt, verlängerte jedoch zunächst bis Ende des Monats Ausgehbeschränkungen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen.