Volkswagen Wolfsburg

Volkswagen Konzern richtet Energieversorgung neu aus: Umstellung von Kohle auf Gas soll 1,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Bild: Volkswagen

Der Volkswagen Konzern will die Umweltbelastungen reduzieren. Wie das Unternehmen mitteilt, hat der Konzernvorstand beschlossen, die beiden unternehmenseigenen Groß-Kraftwerke am Standort Wolfsburg grundlegend zu modernisieren und von Steinkohle- auf Erdgasbetrieb umzustellen. In diesem Zuge sollen mehrere neue Gas- und Dampfturbinenanlagen als Ersatz für die bestehenden Steinkohlekessel errichtet werden. Dafür werden rund 400 Millionen Euro investiert, die Inbetriebnahme soll zwischen 2021 und 2022 erfolgen. Die entsprechenden Genehmigungen der Behörden sowie den Fortgang der Detailplanung und der Ausschreibung vorausgesetzt, könnte noch 2018 mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden, heißt es. Mit den neuen und hocheffizienten Gasturbinen für die Kraftwerke in Wolfsburg werden die CO2-Emissionen in der Strom- und Wärmeerzeugung laut Volkswagen dauerhaft um rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert. Dies entspricht laut dem Konzern einem jährlichen CO2-Ausstoß von aktuell etwa 870.000 Fahrzeugen und wäre ein Rückgang von fast 60 Prozent im Vergleich zu den bisherigen Emissionen der Kraftwerke am Standort Wolfsburg.

Bis 2025 werde man die Umweltlasten (Energie, CO2, Wasser, Lösemittel und Abfall) im gesamten Volkswagen Konzern um 45 Prozent gegenüber 2010 reduzieren, so Matthias Müller, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen Aktiengesellschaft. "Die Umstellung der beiden Kraftwerke am Konzernsitz Wolfsburg von Kohle auf Gas ist dafür ein klares Zeichen und ein wichtiger Schritt. Weitere werden folgen“, sagte Müller nach der Entscheidung der Unternehmensleitung. Michael Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der VW Kraftwerk GmbH, ergänzt: „Für den Fall einer zukünftig wirtschaftlichen Erzeugung von synthetischem Erdgas, etwa durch die Nutzung von Power-to-Gas-Anlagen, könnten wir sogar eine vollständige CO2-Neutralität erreichen. Dies würde im Sinne der Energiewende eine zukunftsweisende Ergänzung zu den erneuerbaren Energien bilden.“

Volkswagen Wolfsburg Energieversorgung
Volkswagen Konzern richtet Energieversorgung neu aus: Eigene Kraftwerke werden von Kohle auf Gas umgestellt. Bild: Volkswagen

„Doch nicht nur Kohlendioxid steht bei den neuen Anlagen auf der Streichliste, auch der Wasserverbrauch, das Abfallaufkommen und die übrigen Emissionsfrachten werden mitunter drastisch reduziert – durchschnittlich um zirka 50 Prozent. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Reduzierung der lokalen Umweltlasten“, erläutert Stephan Krinke, Umweltmanagement Beauftragter des Volkswagen Konzerns.Vorgesehen ist, im so genannten „Heizkraftwerk Nord/Süd“, einer Art Wahrzeichen des Werks Wolfsburg, die Kohlekessel durch eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD-Anlage) und drei Heißwasser-Kessel zu ersetzen. Damit können allein dort in Zukunft zirka 136 Megawatt elektrische Leistung sowie etwa 386 Megawatt thermische Leistung erzeugt werden. Zudem sollen auf dem heutigen Kohle-Lagerplatz neben dem „Heizkraftwerk West“ zwei weitere GuD-Anlagen entstehen, die dann zirka 288 Megawatt elektrische und 265 Megawatt Wärmeleistung erreichen. Für diese hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung werden am Standort rund 400 Millionen Euro investiert.