Eberspächer Neunkirchen

Für den größten Standort in Neunkirchen mit aktuell rund 1.950 Mitarbeitern ist in den nächsten zwei Jahren ein umfassendes Restrukturierungsprogramm geplant. - Bild: Eberspächer

2012 war der Gewinn um 6,3 Prozent auf 71,5 Millionen Euro gesunken, für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Geschäftsführende Gesellschafter Heinrich Baumann mit einem weiteren Rückgang. Der Umsatz wuchs 2012 um rund neun Prozent auf 2,83 Milliarden Euro.

Um wettbewerbsfähig zu sein, soll der größte Standort Neunkirchen im Saarland in den nächsten zwei Jahren umstrukturiert werden. Insgesamt sollen dort 300 Arbeitsplätze abgebaut werden. Eberspächer schließt auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Aktuell hat das Werk 1.950 Mitarbeiter.

Steigende Kosten setzen Inlandsstandorte unter Druck

“Die ständig steigenden Lohn- und Energiekosten setzen unsere Standorte im Inland unter Druck”, erklärte Baumann. “Wir können den Standort Neunkirchen nur dann erhalten, wenn wir ihn bei hoch automatisierter Fertigung mit voller Auslastung und weniger Mitarbeitern als heute betreiben.” 2012 war die Mitarbeiterzahl der gesamten Gruppe aber noch gestiegen – um rund 16 Prozent auf 7.348 Beschäftigte.

Dem Autozulieferer macht vor allem die Krise auf dem europäischen Automarkt zu schaffen. Betroffen war demnach jüngst etwa das Geschäft mit Bus- und Klimasystemen, das seinen Schwerpunkt in Südeuropa hat. Auch der Nutzfahrzeugmarkt in den USA sei zuletzt rückläufig gewesen.

Auf das laufende Geschäftsjahr blickt der Auspuffspezialist skeptisch. Nach einer “verhaltenen Entwicklung” zum Jahresstart rechnet das Unternehmen 2013 zwar mit einem leichten Umsatzplus. Das Ergebnis wird den Erwartungen zufolge aber erneut unter dem des Vorjahres liegen.

Künftiges Wachstum außerhalb Europas

bgesehen vom Euro-6-Geschäft wird das Wachstum der Unternehmensgruppe in Zukunft jedoch außerhalb Europas stattfinden. Der Trend in der Automobilindustrie geht weg vom Export ? hin zur Fahrzeugmontage in den entsprechenden Zielländern. Damit steht auch Eberspächer in den nächsten Jahren vor der großen Herausforderung, seine Produktionsstrukturen ? insbesondere in der Abgastechnik ? noch globaler auszurichten. Der Fokus liegt dabei auf den BRIC-Staaten: Aktuelles Beispiel ist die neue Asien-Zentrale mit Produktionswerk in Jiading bei Schanghai, die Anfang Juni ihren Betrieb aufgenommen hat.

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dpa/Eberspächer/Guido Kruschke