Diesel-Absatzzahlen bleiben unter Druck

Im Gefolge des VW-Abgasskandals stehen die Absatzzahlen bei Diesel-Pkw in Europa deutlich unter Druck. Bild: VW

Der VW-Abgasskandal hinterlässt in den Absatzzahlen von Diesel-Pkw immer deutlicher spüren. Beispiel Großbritannien. Dort ist – wie aus Zahlen der dortigen Herstellervereinigung hervorgeht – der Pkw-Absatz im November um 2,9 Prozent gestiegen, die Zulassungszahlen von Selbstzündern sind dagegen um 2,9 Prozent gefallen. Damit hat der Diesel seinen komfortablen Vorsprung, den er noch vor zwei Jahren hatte, komplett eingebüßt. Inzwischen liegen die Neuzulassungen von Diesel-Pkw und Benzinern auf einer Ebene.

Damit steht die durch den Abgasskandal vor allem auch gesellschaftpolitisch schwer unter Beschuss geratene Technologie auf der Insel noch verhältnismäßig gut da. Wie aus einem Fünfjahresvergleich von Jato hervor geht, hat die Technologie in einzelnen europäischen Ländern drastisch verloren. In Belgien etwa lag in den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 der Selbstzünderanteil bei den Neuzulassungen noch bei 75 Prozent, in den ersten zehn Monaten 2016 kommt er noch auf 52 Prozent. Ähnlich dramatisch der Abstieg in Dänemark wo es von 50 Prozent auf 35 Prozent herunter ging. In Gesamteuropa ist der Rückgang in diesem Fünfjahreszeitraum weniger dramatisch, mit einem Minus von 5,8 Prozent aber doch markant.

Dabei beobachten die Marktexperten eine zunehmende Dynamik in der Abwärtsbewegung. Beispiel Deutschland. Hier verzeichnet der Diesel bei den Neuzulassungen laut KBA-Statistik nach den ersten zehn Monaten ein Plus von 1,4 Prozent. Das ist nur scheinbar gut, weil der Gesamtmarkt im selben Zeitraum deutlich zulegte. Im Oktober gab es für den Diesel in Deutschland ein sattes Minus von 12,6 Prozent.