Dan Akerson

Ex-GM-Chef Dan Akerson erwartet 2015 wieder schwarze Zahlen bei der seit Jahren defizitären deutschen GM-Tochter Opel. - Bild: GM

Die Kosteneinsparungen seien zu 70 bis 80 Prozent umgesetzt, für das Jahr 2015 erwartet der Amerikaner wieder schwarze Zahlen bei der seit Jahren defizitären deutschen GM-Tochter. “Wenn wir nur ein oder zwei Prozentpunkte an Marktanteilen gewinnen, wird unsere Kostenstruktur wettbewerbsfähig”, sagte Akerson in einem Interview mit dem “Handelsblatt”.

Akerson hält große Stücke auf Opel-Chef Neumann

Auch sonst findet Akerson lobende Worte für Deutschland. Der seit März 2013 amtierende Opel-Chef Karl-Thomas Neumann sei “einer der besten Leute, die ich in meiner Zeit bei GM angestellt habe”. Das Gleiche sagte er über Stefan Jacoby, bei der Konzernmutter GM Chef für das internationale Geschäft. Beide sind Deutsche und arbeiteten zuvor bei Volkswagen: “Wir können lernen”, sagte Akerson über den Konkurrenten aus Wolfsburg.

Schlagdistanz zu Volkswagen

Obwohl General Motors bei den Verkaufszahlen auf einer Stufe mit Volkswagen steht, sieht Akerson das Unternehmen bei der Produktionsstrategie erst in fünf bis sechs Jahren in Schlagdistanz zu den Wolfsburgern. Seine Nachfolgerin Mary Barra müsse Komplexität aus dem US-Konzern herausnehmen und etwa die Zahl der Plattformen reduzieren, sagte Akerson dem Blatt: «Am Ende des Jahrzehnts werden wir es mit Volkswagen oder Toyota aufnehmen können.»

Angesichts von 9,7 Millionen verkauften Autos im vergangenen Jahr klingt das nach einer Kampfansage in Richtung VW. Die Niedersachsen wollen 2018 die weltweite Nummer eins unter den Autobauern werden. Derzeit liegt Toyota noch an der Spitze. “VW ist gut in Modulen, die sie in der Produktion für sehr billige und etwas teurere Autos verwenden”, sagte Akerson. So eine Baukastenstrategie habe GM lange abgelehnt: “Aber die Einsparungen im Einkauf sind groß.”

Akerson trat sein Amt bei GM 2010 an, um sich jetzt aus privaten Gründen einige Monate früher als geplant zurückzuziehen.

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Dow Jones Newswires/dpa/Guido Kruschke