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Aktie im Fokus: Daimler sehr schwach - Toll Collect-Milliardenvergleich droht.

Die Papiere verloren bis 12.10 Uhr 2,22 Prozent auf 52,09 Euro, während es für den Dax um 1,05 Prozent auf 7.144,39 Punkte nach unten ging. Die Anteilsscheine der Telekom, die von dem Bericht ebenfalls betroffen ist, büßten derweil mehr oder weniger marktkonforme 0,97 Prozent auf 10,160 Euro ein.

Die “Financial Times Deutschland” (FTD) berichtet, dass Daimler und der Telekom als Betreiber des Mautsystems Toll Collect eine Schlappe im Streit um Schadensersatzforderungen des Bundes droht. Im Schiedsgerichtsverfahren zeichne sich ab, dass die beiden Konzerne nicht ohne Schadenersatzzahlungen an den Bund davonkommen werden, schreibt das Blatt unter Berufung auf Verfahrensbeteiligte. Das Schiedsgericht habe den Konzernvertretern deutlich gemacht, sie könnten ihre Position nicht halten. Sprecher der beiden Unternehmen sagten indes, es gebe grundsätzlich keinen neuen Stand in dem Verfahren. Daimler und die Telekom sind davon überzeugt, dass sie keine Schuld am verspäteten Start des Mautsystems für Lkw trifft. Der Bund fordert dagegen 5,1 Milliarden Euro wegen der Verzögerung von 16 Monaten.

Rechtsstreit könnte dauern

Ein Börsianer sagte, das Thema sei mit Sicherheit nicht positiv. Er verwies aber darauf, dass der Rechtsstreit schon sieben Jahre andauere. Equinet-Analyst Tim Schuldt schrieb derweil in einer Studie, dass diese Entwicklung nicht überraschend komme. Bereits im Januar dieses Jahres habe es einen ähnlichen Pressebericht gegeben. Wenn sich der Bericht bewahrheiten sollte, wäre es aber nichtsdestotrotz negativ für Daimler und die Telekom. Er habe bislang keine möglichen Schadenersatzzahlungen in seine Bewertungsmodelle eingearbeitet.

Schuldt betonte, dass Daimler und die Telekom jeweils 45 Prozent an Toll Collect hielten und Garantien für das Unternehmen abgegeben hätten. Wenn Schadenersatz gezahlt werden müsste, entfiele jeweils ungefähr die Hälfte des Betrages auf Daimler und den Telekommunikationskonzern. Bislang hätten weder Daimler noch die Telekom Rückstellungen für diesen Fall getätigt.

Stefan Borscheid, Analyst von der LBBW, unterstrich indes, dass die Höhe einer möglichen Schadenersatzzahlung schwer vorauszusagen sei. Dass tatsächlich 5,1 Milliarden Euro überwiesen werden müssten, halte er aber für ziemlich unwahrscheinlich. Er behalte daher seine Kaufempfehlung für die T-Aktien bei einem Kursziel von 12,00 Euro bei.

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dpa-AFX/Guido Kruschke