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Aktie im Fokus: MAN schwach - Volkswagen sichert sich Mehrheit.

Gegen 10.30 Uhr büßten die Titel des Münchener Lastwagenherstellers 1,75 Prozent auf 93,63 Euro ein und waren damit schwächster Wert im Dax, während die VW-Vorzüge 0,35 Prozent auf 143,30 Euro gewannen. Der deutsche Leitindex stieg zeitgleich um 0,10 Prozent auf 7.426,65 Punkte.

Wie VW am Montag mitteilte, halten die Wolfsburger nun 55,9 Prozent der MAN-Stammaktien. Damit rückt eine Lkw-Allianz aus MAN und der schwedischen VW-Tochter Scania unter VW-Führung näher. Die Frist für die Annahme des im Mai vorgelegten Pflichtangebots war am vergangenen Mittwoch abgelaufen. MAN begrüßte die Übernahme. Der Kurs der MAN-Aktie war schon in den Tagen zuvor deutlich unter den Angebotspreis gesunken.

Händler: VW dürfe vorerst keine weiteren MAN-Anteile kaufen

Händler könnten die Papiere günstig gekauft und dann zum Angebotspreis von 95 Euro VW angedient haben, war bereits am Freitag aus Finanzkreisen verlautet. Am Montagmorgen sagte ein Händler, die Mehrheitsübernahme sei erwartet worden und die aktuelle MAN-Kursschwäche gehe darauf zurück, dass VW sein Ziel erreicht habe und vorerst keine weiteren MAN-Aktien kaufen müsse.

Von einem weiteren Börsianer hieß es, mit 25,4 Prozent zusätzlichen Aktien – nachdem MAN bei Erreichen der 30-Prozent-Schwelle den übrigen Anteilseignern ein Pflichtangebot hatte vorlegen müssen – hätten die Wolfsburger überraschend viele Aktien eingesammelt und müssten nun ihre MAN-Beteiligung vollständig konsolidieren. Negative Reaktionen der Ratingagenturen für die Kreditwürdigkeit von VW erwarte er aber nicht. Der Mehrheitsaktionär dürfte nur bei einer ausgeprägten MAN-Kursschwäche weitere Aktien kaufen. Wer von der jüngsten Entwicklung profitieren wolle, sollte auf die VW-Vorzüge setzen, aber etwas Geduld mitbringen, sagte der Börsianer weiter.

Ein anderer Händler äußerte ebenfalls die Einschätzung, dass VW zunächst nicht unter Druck stehe, weitere Papiere des Lastwagenbauers zu kaufen: “Eigentlich wollte VW mit seinem Angebot gar nicht so viele Aktien einsammeln.” Entsprechend dürfte die MAN-Aktie frühestens zum nächsten regulären Anpassungstermin der Deutschen Börse im September den Dax verlassen müssen. Die wahrscheinlichsten Nachrücker wären dann der Autozulieferer Continental und der Spezialchemiekonzern Lanxess.

dpa-AFX/Guido Kruschke