Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland

Der Allianz-Deutschland-Chef Manfred Knof fürchtet, dass Autohersteller, IT- und Telekommunikationsunternehmen den attraktiven Markt rund um die Services mit Fahrzeugdaten unter sich aufteilen könnten. Bild: Allianz

Um seinen Kunden diesen Service anbieten zu können, benötigt Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland, den Zugang zu den relevanten Fahrzeugdaten. Dieser Zugang müsse für alle Marktteilnehmer gleichermaßen offen stehen, forderte er.  

"Der faire Wettbewerb um Daten und Services im Fahrzeug muss gewährleistet sein. Die Allianz favorisiert einen standardisierten Zugang, der allen Beteiligten dieselben Rahmenbedingungen für den Datenzugriff bietet. Damit sollen die Wahlfreiheit des Kunden und faire Wettbewerbsbedingungen gewährleistet werden. Hierfür sind gesetzliche Regelungen zum Zugang zu diesen Daten und standardisierte Schnittstellen erforderlich", sagte Knof am Donnerstag (7.4.) beim diesjährigen Allianz Autotag. Knof fürchtet, dass Autohersteller, IT- und Telekommunikationsunternehmen den attraktiven Markt rund um die Services mit Fahrzeugdaten unter sich aufteilen könnten.

Sein Angebot lautet im Gegenzug: "Wir können uns vorstellen, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auch eigene Informationen über diese Schnittstelle zur Verfügung zu stellen. Ich denke hier beispielweise an Angaben zu Unfallschwerpunkten", so der Allianz-Chef. "Denkbar wäre zum Beispiel, dass der Fahrer künftig einen Warnhinweis erhält, wenn er auf einen von uns identifizierten Unfall-Hotspot zufährt."

Klar machte Knof ebenfalls, dass immer der Kunde entscheiden sollte, wem er seine Daten anvertraut oder welche Services er von welchem Anbieter beispielsweise im Falle einer Autopanne beziehen möchte. "Auch wir möchten in der Zukunft neue Services und Dienstleistungen für unsere Kunden rund um das Kfz anbieten, die über die Risikoabsicherung hinausgehen". Dennoch genügt dem Allianz-Manager nicht allein der  Kundenwunsch, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Er fordert gleiche Zugangsvoraussetzungen für jeden potenziellen Teilnehmer. "Wenn ein Marktteilnehmer diesen Zugang aufgrund technischer Privilegien begrenzen kann, ist der Wettbewerb gestört", fasste Knof seine Forderung zusammen. Dem Kunden könnten auch daraus Nachteile entstehen, wenn nicht regulatorische Eingriffe für den fairen Wettbewerb sorgten.

 Laut Allianz schreibt die EU-Verordnung zum "E-Call" ab 2018 einen "diskriminierungsfreien Zugang zu im Fahrzeug erhobenen Daten" vor. Im Wortlaut heißt es, dass die bordeigenen E-Call-Systeme sich auf eine standardisierte und zugangsoffene Plattform für mögliche künftige Anwendungen oder Dienste stützen sollen. Damit soll zum einen die Wahlfreiheit des Kunden und zum anderen ein fairer Wettbewerb gewährleistet werden.