2er Active Tourer

Auch BMW wächst über kleinere Modelle wie den 2er Active Tourer. Das drückt aber auf die Gewinndynamik. Wie sehr, wird sich bei Vorlage der Zahlen zum 3. Quartal am Dienstag (4.November) zeigen. Bild: BMW

Einer der Gründe für die leise Skepsis ist höchst banal: Die Analysten erwarten schon deshalb nachlassenden Schwung beim Münchner Premium-Hersteller, weil es im weiterhin schwierigen Marktumfeld so dynamisch wie im zweiten Quartal kaum weiter gehen kann. Zwar rechnen Analysten auch für die Monate Juli bis September mit besseren Zahlen als vor einem Jahr – aber der Vorstand trat schon im Sommer auf die Euphoriebremse und warnte vor zu hohen Erwartungen. Kosten für Investitionen und neue Produktanläufe sowie ein größerer Anteil an kleineren Autos dürften den Konzern gebremst haben. Wie sich das auswirkt, wird sich bei Vorlage der Quartalszahlen am kommenden Dienstag zeigen.

Im Vorfeld hat die Nachrichtenagentur Bloomberg bereits eine Befragung unter Analysten durchgeführt. Ergebnis: im Schnitt rechnen diese mit einem Umsatz von 19,4 Milliarden Euro. Das wären gut drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Nach Zinsen und Steuern sollten mit gut zwei Milliarden Euro etwa fünf Prozent mehr operativer Gewinn (Ebit) stehen. Unter dem Strich erwarten die Experten 1,4 Milliarden Euro Überschuss nach 1,3 Milliarden im dritten Quartal 2013.

Dass die Sprünge nicht höher ausfallen, liegt auch an der weiterhin schwierigen Lage auf dem Heimatkontinent. Dort kämpfen die Hersteller weiterhin mit teils harten Bandagen um die Neukunden. Auch die Premiumhersteller “erkaufen” sich den Absatz mit erheblichen Rabatten. Zwar habe sich das Preisniveau in Europa zuletzt etwas verbessert – sei aber “schlechter als erwartet”, hatte Konzernchef Norbert Reithofer Anfang Oktober auf dem Pariser Autosalon gesagt.

Schon Anfang August hatte Finanzchef Friedrich Eichiner betont, dass das zweite Halbjahr kein Selbstläufer werden würde. Für Investitionen und Entwicklungsarbeit müsse BMW in den zweiten sechs Monaten mehr Geld ausgeben als im ersten Halbjahr. Deswegen werde die Umsatzrendite der Pkw-Sparte auch unter den 10,7 Prozent aus den ersten sechs Monaten liegen. Auch der Gewinn aus dem China-Geschäft dürfte niedriger als im ersten Halbjahr sein.

Von Januar bis Juni hatte BMW noch von einem sehr lukrativen Mix seiner Modellpalette profitiert. Die Münchner verkauften einen vergleichsweise hohen Anteil an großen und damit teureren Autos – inzwischen kippt das Verhältnis etwa durch neue Mini-Modelle oder den 2er Active Tourer, der Daimlers B-Klasse Konkurrenz machen soll, wieder zugunsten der kleineren Autos.

Auf lange Sicht wird sich das Verhältnis ohnehin mehr und mehr hin zu den kompakteren Modellen entwickeln. Die helfen BMW dabei, die CO2-Auflagen in der Europäischen Union einzuhalten, bringen den Herstellern aber weniger Gewinn. Die Modelle unterhalb des 3ers würden mittelfristig über 40 Prozent des Absatzes ausmachen, sagte Konzernchef Reithofer in Paris.

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fv/dpa