Andy Palmer, Aston Martin

Aston Martin-Chef Andy Palmer denkt über einen Börsengang der britischen Marken-legende nach. Bild: Wolfgang Groeger-Meier

“Wir wollen uns als das automobile Equivalent zu Hermes positionieren und nicht als Konkurrent von Ferrari”, ließ Andy Palmer, Chef der britische Sport- und Luxusautoherstellers, am Hauptquartier Gaydon wissen. Allerdings steht der Gang an die Börse nicht unmittelbar bevor, erst in ein paar Jahren soll es soweit sein. Derzeit hätte die über James-Bond-Filme zur Legende gewordene Marke auch schlechte Karten. Das Unternehmen schreibt nachwievor rote Zahlen und steckt am Anfang eines Restrukturierungsprogrammes, dass 2021 mit der Kompletterneuerung der Modellpalette abgeschlossen sein soll. Erst wenn sich der konkrete Erfolg des von Palmers aufgesetzten Programmes zeigt, dürfte der passende Zeitpunkt für einen Börsengang sein.

Aston Martin verkauft derzeit etwa 3.500 Autos pro Jahr. Nach der Erneuerung der Modellpalette sollen es 10.000 Einheiten sein. Die Briten sind einer der letzten Konzern unabhängigen Luxushersteller und ringen seit Jahren um ihre Existenz. Erst kürzlich hat der Autobauer die Streichung von fast 300 Jobs bekannt gegeben. Der Spardruck kollidiert hart mit den Investitionen in die Zukunft. Eines der wichtigsten Projekte der Gegenwart ist das Crossovermodell DBX, das auch in einer rein elektrischen variante kommen soll.

Auf dem Feld der Elektromobilität hat Aston Martin erst kürzlich eine Kooperation mit dem jungen chinesischen Internet-Unternehmen LeTV geschlossen. Gemeinsam will man Elektroautos mit vollständiger Internetkonnektivität zu entwickeln.

Die beiden Unternehmen werden gemeinsam eine Reihe von Forschungsprojekten starten, die von WLAN-Technologien bis hin zu Autokonstruktion und Fertigung reichen sollen, heißt es in einer vor einigen Tagen unterzeichneten Absichtserklärung.

Laut Ding Lei, Mitbegründer der Letv-Autosparte, sei die Partnerschaft ein “Meilenstein” in den Auto-Plänen der Firma. Diese Pläne waren der Öffentlichkeit vor kurzem erst vorgestellt worden.
Das Internetunternehmen hat große Ambitionen in dem Bereich Fahrzeuge mit alternativem Antrieb

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung bezeichnete Andy Palmer gewohnt blumig als “Verlobung”. Aston Martin sieht Elektrofahrzeuge als wesentlichen Teil des zukünftigen Produktportfolios.

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Frank Volk