André Richter leitet den Aufbau eines neuen Audi-Werkes in Mexiko. Bild: Jürgen Wolff

André Richter leitet den Aufbau eines neuen Audi-Werkes in Mexiko. Bild: Jürgen Wolff

So langsam wird es ernst für die Ingolstädter in dem mittelamerikanischen Produktions-Eldorado. Knapp ein Jahr nach Baustart, steuert das Werk in San José Chiapa auf die Produktionsphase zu. Wie André Richter sagte, der eigens zum laufenden AUTOMOBIL FORUM nach München angereist war, wurde just der erste Vorserien-Q5 in der Montagehalle mit einer Fläche von 18 Fußballfeldern gefertigt.

Nun hat man in Mexiko noch mindestens 10 Monate Zeit für den Fabrikhochlauf, also bis zum Bau der ersten Kundenfahrzeuge. Üblicherweise beträgt diese Spanne acht Monate bei Audi, weil man aber extremen Wert darauf lege, dass in Mexiko die exakt selben Qualitätsstandards erfüllt werden wie in Ingolstadt, gebe man dem neuen Werk etwas mehr Zeit. Dennoch soll der Fabrikstart im zweiten Halbjahr 2016 sein. Richter sagte dazu: “Die Erfolgsgeschichte von Audi ist die Geschichte von Qualität. Wir werden kein Auto aus Mexiko verkaufen, wenn es nicht unsere Qualitätsansprüche erfüllt.”

Dabei ist Richter zuversichtlich, dass die Kunden keinen Unterschied merken werden zu den jetzt noch in Ingolstadt gebauten Fahrzeugen.

Wesentlicher Unterschied zur Fertigung in Deutschland ist die Fertigungstiefe. Da in Mexiko der Stundenlohn bei unter 10 Euro liegt (Ingolstadt: 50 Euro), ist der Automatisierungsgrad mit 83 Prozent für den mexikanischen Markt recht hoch. Deutlich höher ist er im Hoch-Lohn-Land Deutschland mit etwa 95 Prozent. Das zahlt nach Audis Meinung auf die Sicherstellung der Premium-Qualität ein.

Das Produktionsvolumen des Mexiko-Werks ist auf zunächst 150.000 Einheiten ausgelegt. Dieses kann aber erheblich ausgeweitet werden. So sei die Fläche des Werks im 800O-Seelen-Ort größer als die in Ingolstadt.

Wie AUTOMOBIL PRODUKTION in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ist gut möglich, dass dem Q5 schon bald der kleinere Q3 nach Mittelamerika folgt. In Ingolstadt kursieren seit Wochen Gerüchte, dass die Fertigung des A1 aus Brüssel ins spanische Martorell verlegt wird und dafür die nächste Q3-Generation nach Mexiko wandert.

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Frank Volk