Audi S3 Limousine breit

Die Ingolstädter waren und sind ein wichtiger Erfolgsgarant für die Konzernmutter Volkswagen und steuerten im letzten Quartal mit gut 1,3 Milliarden Euro mehr als die Hälfte zum gesamten operativen Gewinn bei. - Bild: Audi

“Wir befinden uns jetzt in einer entscheidenden Phase, denn wir richten Audi für den nächsten Wachstumsschub aus”, sagte Vorstandschef Rupert Stadler am Donnerstag auf der Hauptversammlung der Volkswagen-Tochter in Neckarsulm seinem vorab veröffentlichten Redetext zufolge. Vor allem in China und den USA will die Nobelmarke weiter kräftig zulegen.

“In Europa herrscht derzeit eine extrem schwierige Marktlage”, sagte Stadler vor den Aktionären. „2013 werde ein schwieriges Jahr, da sich das Wachstumstempo abgeschwächt habe. Trotzdem soll es in diesem Jahr erneut einen Rekordabsatz für die Marke mit den vier Ringen geben.“

Im ersten Quartal steigerten die Ingolstädter Absatz und Umsatz, musste aber einen Gewinnrückgang hinnehmen. Trotzdem blieben die Ingolstädter ein wichtiger Erfolgsgarant für die Konzernmutter Volkswagen und steuerten mit gut 1,3 Milliarden Euro mehr als die Hälfte zum gesamten operativen Gewinn bei. Die Rendite lag bei gut elf Prozent und somit leicht unter dem Vorjahresniveau.

Milliarden-Investitionen sollen die Zukunft sichern

Audi kämpft wie die gesamte Branche mit dem schwierigen Marktumfeld in Europa sowie massiven Investitionen in das Produktionsnetz und neue Modelle und Technologien. So wird beispielsweise gerade ein neues Werk in Mexiko hochgezogen und auch in China werden die Kapazitäten ausgebaut. Bis 2015 wollen die Oberbayern insgesamt rund elf Milliarden Euro investieren – mehr als jemals zuvor.

Rupert Stadler Audi

Rupert Stadler: "Für das laufende Geschäftsjahr sehen wir Investitionen in Zukunftstechnologien und den Ausbau unserer Kapazitäten als oberste Priorität an." - Bild: Audi

Investitionen in Zukunftstechnologien und den Kapazitätenausbau

“Es gibt Jahre, in denen man in unserer Industrie vor allem erntet und es gibt Jahre, in denen man sät”, bekräftigte Stadler auf der Hauptversammlung. “Für das laufende Geschäftsjahr sehen wir Investitionen in Zukunftstechnologien und den Ausbau unserer Kapazitäten als oberste Priorität an.” Damit wolle sich Audi auf die nächsten großen Wachstumsschritte in Richtung zwei Millionen Automobile vorbereiten. Spätestens 2020 wollen Audi und Rivale Mercedes-Benz Branchenprimus BMW vom Thron in der Oberklasse gestoßen haben.

Kurzfristig lasten die immensen Ausgaben allerdings auf der Ertragslage: Stadler bekräftigte, dass 2013 zwar mit einem neuen Absatzrekord und leicht steigenden Umsatz zu rechnen ist, die Marge aber auf das obere Ende des dauerhaft anvisierten Zielkorridors von 8 bis 10 Prozent sinken wird. Im vergangenen Jahr waren von jedem eingenommenen Euro noch rund 11 Cent als operativer Gewinn hängengeblieben.

Absatzrekord bleibt weiter im Fokus

Im Vergleich zu den Sorgen, die viele Volumenhersteller haben, sind die Gewinnrückgänge bei den Oberklasse-Konkurrenten fast Lappalien. Denn nicht wenige der Massenhersteller kämpfen um ihre Existenz – vor allem diejenigen, die vornehmlich auf dem kriselnden europäischen Markt unterwegs sind, der wegen der Schuldenkrise auf das niedrigste Niveau seit über 20 Jahren zusteuert.

Beim angepeilten Absatzrekord ist Audi auf Kurs: In den ersten vier Monaten des Jahres hat Audi erstmals die Marke von 500.000 Verkäufen geknackt und damit ein Plus von knapp 7 Prozent verbucht. Stadler sprach von einem “hervorragenden Start”. Er bekräftigte angesichts des bereits Erreichten, dass das eigentlich für 2015 ausgegebene Ziel von 1,5 Millionen jährlichen Verkäufen früher geknackt werden soll. Wann, verriet er jedoch erneut nicht.

Piech-Gattin wird in den Aufsichtsrat einziehen

Auf Audis Hauptversammlung stehen auch Personalentscheidungen auf der Agenda: Die Aktionärsversammlung wird am Donnerstag Ursula Piech in den Aufsichtsrat wählen.

Die Wahl der Gattin von VW-Patriarch Ferdinand Piech ist eine Formalie, da Europas größter Autobauer 99,5 Prozent der Audi-Stimmrechte hält. Ursula Piech war im vergangenen Jahr bereits in den Volkswagen-Aufsichtsrat eingezogen. Das hatte Kritik einiger Aktionäre nach sich gezogen, da sie die Grundsätze der guten Unternehmensführung durch die Personalie in Zweifel gezogen sahen und der Kompetenz Piechs skeptisch gegenüberstanden.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke