Audi_Werk_Neckarsulm

Im Audi-Werk Neckarsulm herrscht eine nervöse Stimmungslage. Derzeit wird nur an drei Tagen gearbeitet. Heute (Donnerstag, 6. Oktober) erhoffen sich Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung Aufklärung, wie es weiter läuft. Bild: Audi

Da die derzeitige Beschäftigungsgarantie im Jahr 2018 ausläuft, forderte der Betriebsrat bei einer Betriebsversammlung mit 8.000 Teilnehmern am Mittwoch von Konzernchef Rupert Stadler eine Verlängerung. Ähnliches wird heute in Neckarsulm erwartet.

Das müsse die passende Antwort auf die spürbare Unsicherheit in der Belegschaft sein, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch. "In diesen angespannten Zeiten muss eines sicher sein, und das ist die Beschäftigung der Audianer", sagte Mosch nach Angaben des Betriebsrats.

Stadler zeigte sich zumindest für die Stammbelegschaft gesprächsbereit und bot dem Betriebsrat an, gemeinsam ein Paket zu schnüren, das "zukunftssichernd" für die Stammbelegschaft sei. Audi hat in den vergangenen Jahren in Ingolstadt viele tausend Mitarbeiter neu eingestellt. Nun gibt es Sorgen, dass die Entwicklung auch rückwärts laufen könnte - unter anderem weil die Auslastung des Ingolstädter Stammwerks fraglich ist.

Die VW-Tochter hat vor wenigen Tagen in Mexiko ein neues Werk eröffnet, in dem das teure neue Modell des SUV Q5 hergestellt wird. Mosch forderte, die Produktion von Elektroautos in Ingolstadt zu forcieren. "Der Vorstand hat uns sein Wort gegeben, unsere Auslastung am Standort Ingolstadt sicherzustellen. Wir erwarten von ihm, dass er dazu steht", sagte Mosch. Die Verlegung des Q5 sorgt am Standort nachwievor für Verärgerung.

Nervöse Stimmung in Neckarsulm

Noch nervöser ist indes die Stimmung in Neckarsulm, wo sich Markenchef Rupert Stadler heute, Donnerstag 6. Oktober, den Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung stellt. Aktuell wird am Standort nur noch an drei Tagen gearbeitet. Ursache soll die abflauende Nachfrage nach den Modellen A6 und A7 sein, auch der A4 laufe nicht wie erwartet.