Axel Strotbek

Axel Strotbek: "Die Marge vor Zinsen und Steuern soll in diesem Jahr am oberen Ende des anvisierten Zielkorridors von acht bis zehn Prozent liegen." - Bild: Audi

Die Ingolstädter bekräftigten nach einem Gewinnrückgang im ersten Quartal, auch auf Gesamtjahressicht mit einer sinkenden Rendite zu rechnen.

Die Marge vor Zinsen und Steuern soll in diesem Jahr am oberen Ende des anvisierten Zielkorridors von acht bis zehn Prozent liegen, wie Finanzchef Axel Strotbek bekräftigte. Im vergangenen Jahr waren von jedem eingenommenen Euro noch rund 11 Cent als operativer Gewinn hängengeblieben.

Die Marke mit den vier Ringen kämpft wie die gesamte Branche mit dem schwierigen Marktumfeld in Europa sowie massiven Investitionen in das Produktionsnetz und neue Modelle und Technologien. Für das Gesamtjahr rechne Audi mit höheren Vorleistungen, um die Grundlage für weiteres Wachstum zu schaffen, sagte Strotbek.

Audi bleibt weiter Erfolgsgarant für den VW-Konzern

Im ersten Quartal blieb Audi trotzdem ein wichtiger Erfolgsgarant für die Konzernmutter Volkswagen und steuerte mit gut 1,3 Milliarden Euro – ein Minus von 7,3 Prozent – mehr als die Hälfte zum gesamten operativen Gewinn der Wolfsburger bei. Die Rendite lag damit bei gut elf Prozent und somit leicht unter dem Vorjahresniveau. Strotbek zeigte sich angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und kräftiger Vorleistungen mit dem Erreichten zufrieden.

Den Konkurrenten Mercedes-Benz stach Audi erneut deutlich aus. Die Stuttgarter hatten nach einem herben Gewinnrückgang eine operative Marge von gerade einmal noch 3,3 Prozent erzielt. Die Daimler-Tochter hat aufgrund hausgemachter Probleme vor allem auf dem mittlerweile weltweit wichtigsten Automobilmarkt China ihre Mühe, auch nur einigermaßen mit den Konkurrenten Schritt zu halten.

Premium-Branchenprimus BMW wird seine Quartalsergebnisse am Donnerstag veröffentlichen, dürfte laut Analysten aber ebenfalls einen Gewinnrückgang verbucht haben. Branchenexperten rechnen jedoch damit, dass auch die Münchener eine prozentual zweistellige Rendite im Automobilgeschäft erreicht haben.

Oberklasse kann sich auch in der Krise behaupten

Im Vergleich zu den Sorgen, die viele Volumenhersteller haben, sind die Gewinnrückgänge bei den Oberklasse-Konkurrenten fast Lappalien. Denn nicht wenige der Massenhersteller kämpfen um ihre Existenz – vor allem diejenigen, die vornehmlich auf dem kriselnden europäischen Markt unterwegs sind, der wegen der Schuldenkrise auf das niedrigste Niveau seit über 20 Jahren zusteuert.

Audi bekräftigte, trotz der schwierigen Umstände auch in diesem Jahr die Verkäufe steigern zu wollen. In den ersten drei Monaten brachten die Ingolstädter knapp 370.000 Autos an die Kunden in aller Welt, ein Plus von knapp sieben Prozent. Die Dynamik schwächte sich zuletzt allerdings spürbar ab. Trotzdem war es mit Blick auf die Verkäufe das beste Auftaktquartal in der Geschichte Audis. 2012 hatte Audi mit fast 1,46 Millionen Autos gut ein Zehntel mehr als im Jahr davor verkauft.

Alle Beiträge zum Stichwort Audi

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke