Audi e-Tron_Weltpremiere

Die Serienversion des Audi e-tron sollte im August in Brüssel vorgestellt werden. Nun hat der Hersteller die Veranstaltung abgesagt. Ob damit eine Verschiebung der Markteinführung verbunden ist, ist noch unklar. Bild: Audi

| von Frank Volk

Der Premiumhersteller wollte den e-tron Geländewagen mit großem Tamtam im Werk Brüssel vorstellen, wo er auch produziert werden soll. Audi nannte keinen Grund für die Absage der Veranstaltung und äußerte sich auch nicht dazu, ob sich die Markteinführung ebenfalls verzögert. Nach aktueller Planung soll der e-tron Ende 2018 in Europa eingeführt werden, Anfang 2019 in den USA.

Die Absage kommt eine Woche, nachdem Audi-CEO Stadler festgenommen worden war. Laut Staatsanwaltschaft München besteht der begründete Verdacht, dass er versucht, durch Zeugenbeeinflussung die Untersuchung seiner Rolle im Dieselskandal zu torpedieren. Vom Dieselskandal sind VW, Audi, Porsche und andere Volkswagen-Marken betroffen.

 

Volkswagen hat zugegeben, in fast 11 Millionen Dieselfahrzeugen illegale Software installiert zu haben, damit die Autos Abgastests bestanden, obwohl sie im normalen Straßenverkehr die Grenzwerte überschritten. Die Software ist auch in einigen Audi-Modellen installiert.

Bei seiner Festnahme in der vergangenen Woche hatte Stadler der Haftrichterin gegenüber angekündigt, dass er mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und ihre Fragen beantworten werde, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Seitdem ist Stadler befragt worden, aber die Staatsanwaltschaft erachtet seine Untersuchungshaft immer noch als notwendig, um ihre Untersuchung zu schützen.

"Die bisher vorhandene Vernehmung von Herrn Stadler hat nicht zu seiner Haftentlassung geführt", teilte Staatsanwältin Karin Jung auf Anfrage des Wall Street Journal in einer E-Mail mit.

Stadlers Anwalt war zunächst nicht zu erreichen. Der Manager hat sich bisher weder direkt noch über seinen Anwalt zu seiner Verhaftung geäußert. Stadler hatte immer behauptet, bis zur Veröffentlichung durch die US-Behörden im Jahr 2015 keine Kenntnis vom Diesel-Betrug gehabt zu haben.

Nach Darstellung von Audi handelt es sich bei dem e-tron um eine der wichtigsten Neueinführungen seit Jahren. Mit dem Fahrzeug würde sich die nach Absatz drittgrößte deutsche Premiummarke als Wettbewerber zum Elektroauto-Marktführer Tesla etablieren.

Äußerlich ähnelt der e-tron dem SUV Q5. Angetrieben wird er aber von einem Elektromotor, der mit einer einzigen Ladung eine Reichweite von 400 Kilometern haben soll. Das Fahrzeug ist mit den neuesten Netzfunktionen und Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Laut Audi ist der e-tron das erste straßengängige Elektrofahrzeug auf der Straße mit einem 150-kW-Antrieb, das eine nahezu vollständige Ladung in weniger als 30 Minuten erlaubt.