Der neue A7. - Bild: Audi

Der neue A7. - Bild: Audi

Im bisherigen Jahresverlauf legten die Verkaufszahlen – vor allem dank einer starken Entwicklung in China und den USA – damit um knapp 18 Prozent auf rund 726.590 Fahrzeuge zu. Auch das vergleichsweise schwache Deutschland-Geschäft erholte sich zuletzt; Audi hat laut Strotbek im August etwas besser als im Vorjahr abgeschnitten.

Angesichts des bereits Erreichten bekräftigte der Finanzchef das Absatzziel für das Gesamtjahr: 2010 rechnen die Ingolstädter weiter damit, 1,08 Millionen Wagen zu verkaufen. Im Krisenjahr 2009 hatte Audi knapp 950.000 Wagen an die Kundschaft gebracht, nachdem 2008 erstmals in der Unternehmensgeschichte die 1-Million-Marke geknackt worden war.

Strotbek bekräftigte, dass Audi in den kommenden Jahren vor allem bei profitablen Oberklassemodellen – also Autos ab dem A6 aufwärts – wachsen will. 2015 sollen 400.000 der verkauften Wagen aus dem C- und D-Segment kommen, wie der Manager erklärte. 2009 hatte Audi lediglich knapp eine Viertel Million solcher Autos abgesetzt.

Dabei spielt nach Aussage Strotbeks der A7 Sportback “eine gewichtige Rolle”. Das viertürige Coupe, das mit vier Motorenvarianten und bis zu 300 PS ab einem Preis von 51.650 EUR erhältlich ist, soll Audi laut dem Manager auch auf Profitabilitätssicht helfen.

Mit dem A7 werde ein Kundenkreis angesprochen, der nicht nur bereit sei, ein Auto zu kaufen, sondern auch mehr investieren wolle. Zwar nannte Strotbek kein konkretes Absatzziel für den A7. Maßstab sei aber das A5 Coupe, das 2010 vermutlich rund 50.000 Mal verkauft werde, so der Manager.

Die Ertragsprognose für dieses Jahr bestätigte Strotbek. In der zweiten Jahreshälfte will Audi trotz der Bedenken der Mutter, die Ertragsdynamik könnte sich abschwächen, weiter genauso profitabel arbeiten wie in den ersten sechs Monaten. Zwischen Januar und Juni lag die operative Rendite bei 7,6%.

Zum Vergleich: 2009 hatte die Audi AG eine Marge von 5,4% erwirtschaftet nach 8,1% im Rekordjahr 2008. Im Durchschnitt der vergangenen Jahren lag die Rendite bei rund 7,1%.

Das ausgegebene Margenziel bezeichnete der Manager als konservativ. Aus heutiger Sicht seien keine nennenswerten Risiken zu befürchten, die die Geschäftsentwicklung gefährden könnten, so Strotbek.

Keine Neuigkeiten vermeldete der Audi-Finanzchef mit Blick auf die Überlegung, Autos in den USA zu produzieren. “Wir halten die Option im Kopf”, sagte er. Allerdings rechne sich ein eigenes Werk erst, wenn dort in einer Modellreihe deutlich über 50.000 Fahrzeuge jährlich montiert und verkauft würden. Prinzipiell sei dann auch die Nutzung der Anlage der Konzernmutter VW in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee denkbar.

Ebenfalls bedeckt hielt sich Strotbek, was die Pläne für den Standort im ungarischen Györ angeht. Noch sei keine Entscheidung gefallen. Mehrere Medien hatten zuletzt berichtet, die Ingolstädter wollten das Motorenwerk ausbauen und dort Fahrzeuge produzieren. Unter anderem war spekuliert worden, Audi könnte dort künftig eine Stufenheck-Version des Verkaufsschlagers A3 für den US-Markt fertigen.

gw/Dow Jones Newswires