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Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer: „Nach drei Jahren traut man sich mit so einem halbgaren Konzept an die Öffentlichkeit (...), man hätte ein Gesamtkonzept vorstellen können, wenn man die Autobauer vorher damit einbezogen hätte.“ Die Verbraucher schauten nun in die Röhre, weil die Regeln schlecht seien. Bild: Uni Duisburg

Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer hat die Koalitionseinigung zur Beilegung der Dieselkrise scharf kritisiert. „Nach drei Jahren traut man sich mit so einem halbgaren Konzept an die Öffentlichkeit (...), man hätte ein Gesamtkonzept vorstellen können, wenn man die Autobauer vorher damit einbezogen hätte“, sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung Maybrit Illner. Wenn man von vornherein überlegt hätte, „wie man Hardware-Nachrüstungen umsetzen kann, (...) dann wären wir heute wesentlich weiter.“ Die Verbraucher schauten nun in die Röhre, weil die Regeln schlecht seien.

Das Konzept der Koalition sieht zwei zentrale Punkte vor: Umtausch und Nachrüstung. Wer seinen alten Wagen mit der Abgasnorm Euro 4 oder 5 abgibt und dafür ein moderneres Fahrzeug - neu oder gebraucht - kauft oder least, bekommt von Herstellern eine Prämie. Daneben geht es um die technische Nachrüstung von Euro-5-Dieseln. Die will die Regierung grundsätzlich ermöglichen und den Konzernen in Rechnung stellen.

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock forderte die Bundesregierung dazu auf, gesetzliche Regeln für eine Hardware-Nachrüstung aufzustellen. Es müssten “politische Leitplanken“ gesetzt werden. “Seit drei Jahren wissen wir, dass ein Betrugsfall vorliegt. Und jetzt so zu tun und zu sagen: „Ach nee, eigentlich, so richtig betrogen haben wir nicht“, geht vollkommen an der Realität vorbei“, sagte sie. Dudenhöffer warf Baerbock Wahlkampf vor. Es gebe keine gesetzliche Handhabe gegen die Autobauer, um sie zu Nachrüstungen zu zwingen.