Finger drückt auf Diesel-Stop-Taste

Weniger NOx-Ausstoß: Auto-Importeure können, müssen aber nicht nachrüsten. Toyota beispielsweise hat sich als japanischer OEM freiwillig dazu bereit erklärt. Bild: bht2000-Fotolia.com

Die im Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK) zusammengefassten Importeure haben bislang keine gemeinsame Position zur Frage gefunden, ob sie bei dem Programm mitmachen wollen, bestätigte am Donnerstag ein Sprecher des Verbands in Bad Homburg bei Frankfurt. „Wir haben keine Rückmeldungen aus den Konzernen und können das zur Zeit nicht kommentieren.“

Dobrindt kritisiert Importeure

Beim Dieselgipfel hatten die deutschen Hersteller neue Abgas-Software für rund 5,3 Millionen Autos zugesagt, um den Ausstoß des Atemgiftes Stickoxid zu verringern. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte die Importeure für ihre Zurückhaltung kritisiert.

Zumindest Toyota beteiligt sich freiwillig an den ebenfalls in Berlin verabredeten Austauschprämien für ältere Dieselautos. Wer seinen Diesel gegen einen neuen Hybridwagen der Japaner eintauscht, erhält dafür einen Bonus von 2.000 Euro plus die zuvor um 1.000 Euro abgesenkte Hybrid-Prämie von nun noch 2.000 Euro.

Vor einigen Wochen hatte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel erklärt, dass er allenfalls Software-Änderungen für durchsetzbar halte. In dem Verband sind die jeweiligen nationalen Verkaufsorganisationen der ausländischen Autohersteller mit zuletzt 33 Marken vertreten. Ihr Einfluss in den Konzernzentralen gilt bei Experten als begrenzt, zumal Präzedenzfälle für die Herkunftsländer wohl zu vermeiden sind.

Importeure verkaufen weniger Dieselautos als deutsche Hersteller

Bei ihren Neuzulassungen im ersten Halbjahr hatten die Importeure nach eigenen Angaben einen geringeren Diesel-Anteil (33 Prozent) als die deutsche Hersteller (47 Prozent). Ihr Marktanteil an allen Zulassungen betrug in den ersten sechs Monaten 37,7 Prozent.