Volker Lange

Volker Lange: Die Pkw-Nachfrage in Deutschland ist angesichts der anhaltenden Schuldenkrise in Europa immer noch nicht angesprungen. - Bild: VDIK

Das teilten die Branchenverbände VDA und VDIK am Mittwoch mit. Allerdings gab es durch das frühe Osterfest in diesem Jahr auch zwei Verkaufstage weniger als ein Jahr zuvor. “Deswegen fällt der Rückgang im Vergleich zum recht ordentlichen März 2012 besonders deutlich aus”, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Allerdings wirke sich die schwierige konjunkturelle Lage in Europa auch auf den deutschen Pkw-Markt aus. In den ersten drei Monaten des Jahres lag der Absatz mehr als zwölf Prozent unter dem von Anfang 2012.

Besserung bei Neuzulassungen nicht in Sicht

Die Zahlen für das erste Quartal seien hinter den Prognosen zurückgeblieben, sagte VDIK-Präsident Volker Lange. “Obwohl die Wirtschaftsinstitute die gute Stimmung bei den Verbrauchern hervorheben, ist die Pkw-Nachfrage in Deutschland angesichts der anhaltenden Schuldenkrise in Europa immer noch nicht angesprungen.”

Echte Besserung scheint nicht in Sicht: Zwar könnten die zusätzlichen Arbeitstage im April zu einem besseren Ergebnis beitragen, doch insgesamt bleibe 2013 für die Kfz-Industrie ein Jahr mit vielen Herausforderungen, sagte Lange.

In Deutschland verkauften im ersten Quartal alle großen Hersteller weniger Autos. Nach VW verlor Opel mit einem Minus von 15,5 Prozent am meisten, gefolgt von Audi (minus 6,0), Mercedes (minus 3,6) und BMW (minus 2,7). Unter den deutschen Marken verzeichnete lediglich Smart einen Zuwachs – um 3,3 Prozent. Bei den Importeuren erzielte Seat das größte Plus (21,7 Prozent), gefolgt von Land Rover (16,1 Prozent).

Exportleistungen schrumpfen weiter

Auch die Exporte der deutschen Hersteller schrumpften. Im März gingen sie um neun Prozent auf 367.200 Stück zurück. In den ersten drei Monaten blieben Deutschlands Autobauer nur knapp über der Marke von einer Million Exporten. Auch hier sank der Absatz um neun Prozent. Der Auftragseingang liegt allerdings noch auf dem Niveau von 2012.

Die Rückgänge bei Neuzulassungen und Exporten machten sich indes auch in den Werken bemerkbar: Die deutschen Hersteller fuhren ihre Produktion im März um 13 Prozent auf knapp 475.000 Autos zurück.

In den vergangenen zehn Jahren sind deutsche Autobauer der internationalen Konkurrenz davongefahren. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach steigerten sie ihren Umsatz seit 2003 um insgesamt 78 Prozent, während japanische Hersteller nur um 23 Prozent zulegten. Bei anderen europäischen Autobauern gingen die Erlöse in dem Zeitraum um sieben Prozent zurück, bei den US-Herstellern sogar um 15 Prozent. Für die Studie wurden die Bilanzen der 17 größten Autokonzerne weltweit ausgewertet.

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dpa/Guido Kruschke