Jaguar Brasilien

Finstere Zeiten für Autobauer in Brasilien. Die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller, im September brach der Automarkt um über 30 Prozent ein. Bild: Jaguar Land Rover

Am brasilainischen Automarkt dreht sich die Abwärtsspirale immer schneller. Bisheriger Tiefpunkt ist der September. Die Zahlen sind desaströs: -31,8 Prozent bei den Verkaufszahlen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, -29,1 Prozent bei Pkw und -45,2 Prozent bei den Nutzfahrzeugen. Nicht besser sieht es auf der Produktionsseite aus. Die Fertigungszahlen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen ging um 41,8 Prozent in die Knie, die bei den Nutzfahrzeugen um 59,5 Prozent. Der Katastrophen-September hat auch die Gesamtjahreszahlen weiter in den Keller befördert. So notieren die Absatzzahlen nach den ersten neun Monaten im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahr bei -21,7 Prozent. Entsprechend finster sieht es in den Statistiken der größten Hersteller aus. Branchenführer Fiat verkaufte im September 31,3 Prozent weniger Pkw, GM rutschten 44,2 Prozent ab, VW büßte 25,8 Prozent ein.

Die Marktexperten von IHS Automotive sprechen inzwischen von einem dramatischen Absturz, den der Markt derzeit erlebe und haben ihre Prognosen nun zum wiederholten Mal nach unten korrigiert. So rechnet IHS für 2015 nur noch mit einem Gesamtabsatz von 2,46 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen – 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Und angesichts der Tiefe der Wirtschaftskrise wird auch die Erholung auf die lange Bank geschoben: Hatte IHS ursprünglich für das Jahr 2016 bereits wieder mit leichtem Wachstum gerechnet, geht man in der neuesten Prognose von einem weiteren Rückgang um 7,3 Prozent aus. Besserung sei frühestens 2017 zu erwarten.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern Brasilien IHS Automotive

Frank Volk