Audi Produktion

Produzieren und verkaufen - Audi konnte im Automobilabsatz zulegen. - Bild: Audi

Im Februar verkauften die Autohäuser in den 27 Staaten der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz mit gut einer Million Neuwagen 1,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Europäischen Autohersteller (ACEA) am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Allerdings hatten Abwrackprämien in vielen Ländern Europas zu Jahresbeginn 2010 noch für regen Betrieb in den Autohäusern gesorgt.

Deutschland nach oben, Italien nach unten

Verantwortlich für das leichte Plus bei den Verkaufszahlen im Februar in Europa war unter anderem der Zuwachs auf dem größtem Automarkt Deutschland. Hier wurden 15 Prozent mehr Autos verkauft, als noch im Februar 2010. Damals waren die Verkäufe nach dem Auslaufen der Abwrackprämie jedoch um fast 30 Prozent eingebrochen. Auch in Frankreich wurden nach einem schwachen Jahresstart im vergangenen Monat nach Angaben des Automobilverbandes 13 Prozent mehr Neuwagen verkauft als ein Jahr zuvor.

Einen großen Bogen um die Autohäuser machten dagegen weiter die Kunden in Italien, wo ein Fünftel weniger Autos übergeben wurden. Auch in Großbritannien und Spanien brachen die Neuzulassungszahlen um 8 Prozent beziehungsweise 28 Prozent ein.

Noch konnten nicht alle Massenhersteller von dem leichten Aufwärtstrend profitieren. Volkswagen brachte den Angaben zufolge gut 9 Prozent mehr Golf, Audi, Seat und Co an die Kunden. Opel und die Schwestermarke Vauxhall legten um knapp 9 Prozent zu. Renault verkaufte gut 3 Prozent mehr Neuwagen. Bei Toyota hielten sich die Kunden nach der Qualitätsdebatte jedoch weiter zurück – minus 3 Prozent. Die französische PSA verkaufte demnach 5 Prozent weniger Peugeot und Citroen. Ford büßte 12 Prozent ein, Fiat 17 Prozent, Honda 1 Prozent und der VW-Partner Suzuki 3 Prozent.

Die Premiumhersteller schnitten deutlich besser ab: BMW verkaufte nach ACEA-Angaben gut 13 Prozent mehr BMW und Mini. Noch etwas kräftiger legte Audi in Europa zu. Daimler verkaufte europaweit gut 3 Prozent mehr Mercedes-Benz und Smart. Deutlich zulegen konnte aber auch Nissan mit gut einem Fünftel mehr verkauften Autos und Mitsubishi mit einem Plus von gut einem Viertel.

Märkte in Russland, China und Übersee ziehen an

Während die Kunden in Europa nur zaghaft in die Autohäuser zurückkehrten, lief es andernorts erfreulicher. In Russland, wo der Markt in der Krise regelrecht erodiert war, wurden im Februar 80 Prozent mehr Autos verkauft als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin erklärte. Erst seit März vergangenen Jahres hatte die Abwrackprämie die Verkäufe wieder deutlich steigen lassen.

In China zogen die Verkaufszahlen um knapp 7 Prozent an, teilte der VDA weiter mit. Ende vergangenen Jahres hatten viele Kunden beim Autokauf noch schnell zugeschlagen, bevor der staatliche Zuschuss und der Steuervorteil ausliefen. In Indien habe sich der Wachstumskurs mit einem Plus von knapp einem Viertel Autos fast ungebremst fortgesetzt. In Brasilien seien die Verkäufe um gut ein Fünftel angezogen. In den USA seien trotz des gebremsten Wirtschaftsaufschwungs 27 Prozent mehr Autos und vor allem Pick-Ups verkauft worden.

Dow Jones Newswires/ACEA