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Bringt sich am Hoffnungsmarkt Iran in Stellung: der französische Autobauer Renault. – Bild: Renault

Nach dem Abschluss des Atom-Abkommens ist ein Ende der Sanktionen gegen den Iran in Sicht. Mit rund 80 Millionen Einwohnern, einem völlig veralteten Fuhrpark und einer relativ vermögenden Bevölkerung gilt der Iran als Markt mit großer Perspektive und weckt derzeit Begehrlichkeiten sowohl bei Autoherstellern wie auch bei Zulieferern.

Bereits im Land vertreten ist Renault. Nun stellt der französische Autobauer offenbar strategisch die Weichen für die Zeit nach den Sanktionen. So will Renault laut einem Bericht von Reuters Reuters eine Minderheits-Beteiligung an Joint-Venture Partner Pars Khodro erwerben. Ziel dahinter sei, Autowerke von Pars Khodro-Mutter Saipa zu erwerben, schreibt die Agentur unter Berufung auf Naser Aghamohammadi, Managing Director von Pars Khodro. Nach Einschätzung von IHS Automotive würde dies für die Franzosen einen “bedeutenden Schritt” darstellen, die Präsenz im Iran zu vertiefen. Pars Khodro baut bereits Renault-Modelle im Süden Teherans zusammen.

Bis zu Beginn der Sanktionen befand sich iranische Automarkt in einer kontinuierlichen Wachstumsphase, heißt es einer Analyse von IHS Automotive. Höhepunkt war das Jahr 2011. Knapp 1,44 Millionen Autos liefen im Iran von den Produktionsbändern, rund 1,5 Millionen wurden abgesetzt. Nur ein Jahr später brachen Absatz und Produktion ein: 2012 fertigten die Autobauer gerade einmal knapp 914.000 Autos, 818.000 wurden auf dem lokalen Markt abgesetzt. 2013 liefen sogar nur noch 669.000 Autos vom Band, verkauft wurden 683.000 Autos. Der absolute Tiefpunkt.

Seit November 2013 – nach der ersten Lockerung der Sanktionen – hat die iranische Autoindustrie wieder Rückenwind. So produzierten die OEMs rund 920.000 Autos im Land. Der Abschluss des Atom-Abkommens dürfte für einen weiteren kräftigen Produktions- und Absatzschub sorgen. Der deutsche Verband der Automobil Industrie (VDA) sieht großes Potenzial ? auch für die deutschen Hersteller. Schließlich bestehe enormer Nachholbedarf. Bislang spielen deutsche Hersteller im Land keine Rolle.

Dominiert wird die lokale Fertigung von den iranische Herstellern Iran Khodro und der Saipa Group. Auch die Franzosen sind mit Renault und PSA stark vertreten. So ließ Peugeot 2014 rund 332.000 Autos in dem Land in Lizenz fertigen. Damit sind sie die Nummer 2 hinter Marktführer Saipa mit einem Absatz von 340.000 Einheiten. Daneben drängen insbesondere chinesische Hersteller auf den Markt. So verkaufte beispielsweise Chery im vergangenen Jahr 35.000 Autos und unterhält auch eine eigene Fertigung im Iran. Darüber hinaus produzieren Saipa und Iran Khodro für verschiedene chinesische OEMs in Lizenz.

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fv